Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Straßenlampen

Rathaus glücklich: Bad Segebergs Laternen leuchten wieder

Marc Rübsteck findet den Fehler in der Verbindungsmuffe an der Leitung. Dort ist Feuchtigkeit eingedrungen.

Marc Rübsteck findet den Fehler in der Verbindungsmuffe an der Leitung. Dort ist Feuchtigkeit eingedrungen.

Bad Segeberg.Und es ward Licht: In der Bad Segeberger Kirchstraße und vor der Schwimmhalle in der Theodor-Storm-Straße leuchten die Straßenlaternen wieder. Dank eines Elektrotechnikers aus Quaal. „Sie schickt der Himmel!“, soll man im Bad Segeberger Bauamt ausgerufen haben, als sich kürzlich Marc Rübsteck mit seiner Firma MR Elektrotechnik im Rathaus vorstellte und anbot, der Stadt aus der Patsche zu helfen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie berichtet, ist es seit einem Jahr in der Kirchstraße Höhe der Gaststätten „Einstein“ und „Ludwigs“ sowie am Hallenbad zappenduster gewesen. Insgesamt elf Straßenlaternen waren defekt. Die Stadt fand keine Handwerker, die ihre uralte Anlage repariert, zumal auch das Wissen um die Leitungen und Schaltungen fehlte. Nachdem die Firma Baer Ende 2017 ihr Geschäft aufgegeben und hier die Arbeit eingestellt hatte, fehlte das Wissen „wo, wie, was geschaltet ist“. Eine Laterne nach der anderen erlosch.

Nachdem die Lübecker Nachrichten über „Dunkel-Segeberg“ berichtet hatte, wurden auch Fernsehsender auf den hiesigen Handwerker-Mangel aufmerksam, aus ganz Deutschland meldeten sich nicht nur Handwerker, sondern vor allem Medien. Sogar „Bild der Frau“ soll im Rathaus angerufen haben. Die Süddeutsche Zeitung widmete sich den Bad Segeberger Laternen auf der ersten Seite. Bundesweit berühmt wurden so Bad Segebergs olle Straßenlaternen ohne Licht.

Der kurzerhand beauftragte Techniker Marc Rübsteck hat nun von Mittwoch bis Freitagabend fieberhaft auch mit einem Kabelmesswagen gearbeitet, um die Fehler zu orten und zu beheben. Es waren mehrere. In der Kirchstraße fand der Techniker, der bei Elektro-Schweim gelernt hat, eine arg korrodierte, kaputte Verbindungsmuffe, in die Feuchtigkeit eingedrungen war. Zwischen „Einstein“ und „Brotrock“ sei die Zuleitung zu den Laternen „regelrecht weggebrannt“. „Die hat dort jahrelang vor sich hin geschmurgelt“, meint Rübsteck. „Die Leute in den Gaststätten waren total happy, dass sich jemand darum kümmert“, berichtet Rübsteck. Teilweise sei er von zig Leuten umlagert gewesen, die den Techniker schulterklopfend fragten, ob und wann denn das Licht wieder angehe. Auch an der Schwimmhalle waren Leitungen kaputt, teilweise verursacht durch die frühere Verlegung von Glasfaser-Leitungen. Ebenso funktionierte die Steuerung der Stromzufuhr bei den Laternen nicht mehr, sagt Rübsteck.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Seit einem Jahr suchte die Stadt vergeblich nach einem Fachmann. Dokumentiert wurde offenbar wenig bis gar nichts über Klemmkästen, Schaltungen oder Bodenkabel. Robin Arne Otten vom Bauamt fand lange niemanden, der sich in Segebergs Kabelage auskannte. Bis Marc Rübsteck sagte: „Hallo, hier bin ich!“ Die Stadt habe Glück, „dass ich erst seit August selbstständig bin und meine Auftragsbücher noch nicht so voll sind.“ Der Mann kennt sich aus. Er habe sich in der Kirchstraße früher oft um die Weihnachtsbeleuchtung gekümmert. „Daher weiß ich, wie das alles hier funktioniert.“

Wolfgang Glombik

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.