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Bauarbeiten

Asbest-Wasserrohr in Reinfeld gebrochen

Jörg Albrecht (l.) ist der neue technische Leiter der Stadtwerke. Zusammen mit Heiko Gerstmann, Bürgermeister und Werkleiter der Stadtwerke, besichtigte er die Baustelle in der Kolberger Straße.

Jörg Albrecht (l.) ist der neue technische Leiter der Stadtwerke. Zusammen mit Heiko Gerstmann, Bürgermeister und Werkleiter der Stadtwerke, besichtigte er die Baustelle in der Kolberger Straße.

Reinfeld. Bei den Stadtwerken in Reinfeld ist man wachsam. Eine Wasserleitung war am Donnerstag in der Kolberger Straße defekt. Bereits wenige Stunden später wurde der Schaden festgestellt. „Wir haben in der Leitzentrale eine Überwachung. Abends ist uns aufgefallen, dass wir in dem Wohngebiet zehn Kubikmeter mehr Wasserabnahme in der Stunde haben“, schildert Jörg Albrecht, technischer Leiter der Stadtwerke. Nachts seien sie noch losgefahren, um die Leckstelle zu orten. Dazu wurden Leitungen, Druckzonen und Regenwasserkanäle überprüft. Schnell war klar, dass mit dem Trinkwasserrohr der Kolberger Straße 13 bis 17 etwas nicht in Ordnung war. „Wir haben die Kollegen der Klärwerkabteilung geholt und sind mit der Kamera rein in das Rohrsystem, um zu gucken, wo das Wasser rauskommt“, sagt Albrecht. Dabei entdeckten sie eine kleine Bruchstelle im Trinkwasserrohr aus Asbestzement.

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Asbestzement war vor 50 Jahren Standard

Asbest? Und das im Trinkwasser? Da klingeln gleich alle Alarmglocken. „Asbestzement war in den 60er und 70er Jahren das Rohrmaterial schlechthin. Die sind nicht nur in Reinfeld, sondern in ganz Deutschland und Europa für Abwasser und Trinkwasser verlegt“, sagt Bürgermeister Heiko Gerstmann, der zudem Erster Werkleiter der Stadtwerke ist. „Diese Rohre sind nicht gesundheitsschädlich, dazu sind unzählige Untersuchungen gemacht worden. Sonst wäre das gar nicht freigegeben. Wenn Wasser hindurchströmt, ist es unbedenklich“, versichert auch Jörg Albrecht. Nur von einem trockenen, womöglich aufgeschnittenem Asbestzementrohr gehe eine Gefahr aus.

„Aber in diesem Fall wurde das Asbestzementrohr auch nicht aufgeschnitten, es wurde nur von den Muffen gelöst und muss anschließend fachgerecht entsorgt werden“, sagt der technische Leiter, der ausgebildeter Experte für Gefahrenstoffe ist. Zwar sei die Verlegung von Asbestzement-Rohren inzwischen in Deutschland verboten. Aber alte Leitungen dürften dennoch weiter verwendet werden.

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Wegen des Wasserrohrbruchs musste die Kolberger Straße am Freitagmorgen vorübergehend gesperrt werden. Zehn Einfamilienhäusern wurde am Vormittag das Wasser abgestellt, und die Anwohner durften Lärm aushalten. Ein Mobilbagger war im Einsatz, ein Minibagger und ein Rüttler. Das defekte Wasserrohr, das in 1,90 Meter Tiefe des Gehwegs lag, wurde freigelegt, das Asbestzementrohr ausgetauscht und durch ein hochwertiges und sehr hartes Kunststoffrohr ersetzt. Anschließend wurde das Loch mit Austauschboden wieder verfüllt. Die Decke des Bürgersteigs soll noch folgen.

„Ein Rohrbruch kommt leider immer mal wieder vor. Der Aufwand ist jedes Mal groß, aber wir versuchen natürlich, schnell zu reagieren, damit wir keine großen Wasserschäden in der Umgebung haben“, so Gerstmann.

Britta Matzen

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