Trotz 2G-plus-Regel

Omikron-Fälle auch nach Partys im „Fun-Parc“ in Trittau – Quarantäne für mehr als 2000 Gäste

Der „Fun Parc“ in Trittau hat am 24. und 25. Dezember Weihnachtspartys unter 2G-plus-Bestimmungen veranstaltet.

Der „Fun Parc“ in Trittau hat am 24. und 25. Dezember Weihnachtspartys unter 2G-plus-Bestimmungen veranstaltet.

Trittau/Bad Oldesloe. Aus Sicht des Infektionsschutzes scheint das 2G-plus-Konzept für Discotheken in Schleswig-Holstein nicht mehr aufzugehen: Nachdem bereits nach Weihnachtspartys in der Disco "Joy" in Henstedt-Ulzburg unter Gästen Fälle der Coronavirus-Variante Omikron aufgetreten sind, meldete am Donnerstag auch das Stormarner Gesundheitsamt in Bad Oldesloe Infektionen bei Gästen des "Fun-Parc" in Trittau.

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„Trotz eines umfassenden Hygienekonzeptes wurde zwischenzeitlich bei mehreren Personen, die sich am 24. und 25. Dezember zum Feiern im Fun-Parc Trittau aufgehalten haben, die Omikron-Variante des Corona-Virus nachgewiesen“, sagte Kreissprecherin Larissa Bebensee. Bis Donnerstagnachmittag wurden bereits neun Fälle der Omikron-Variante unter Partygästen nachgewiesen, hieß es vom Kreis.

Da bei Omikron strengere Regeln gelten als bei der Delta-Variante des Virus, werden automatisch sämtliche Gäste beider Feiern als „enge Kontaktpersonen“ eingestuft – unabhängig von ihrem Impf- oder Genesenenstatus. Alle Besucherinnen und Besucher sind deshalb aufgefordert, sich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben. Als Beginn der Quarantänezeit gilt das Datum der Feier.

Gesundheitsamt ruft Partygänger auf, sich zu melden

„Wir nehmen aktuell Kontakt zu allen erkrankten Personen auf und bitten diese, ihre unmittelbaren Kontaktpersonen zu informieren,“ sagt Christiane Clobes, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes in Bad Oldesloe. „Darüber hinaus sind wir im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Fun-Parc, um allen Besucherinnen und Besuchern eine direkte Information zukommen lassen zu können. Unabhängig davon gilt: Bitte schützen Sie sich und andere. Begeben Sie sich für 14 Tage in Quarantäne. Melden Sie sich bei uns.“

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Der Kreis Stormarn stellt auf der Seite www.kreis-stormarn.de unter "Coronavirus - allgemein" ein Kontaktformular zur Verfügung. Über dieses können sich alle Besucherinnen und Besucher beim Gesundheitsamt melden und so das Gesundheitsamt bei seiner Arbeit unterstützen. Wer Krankheitssymptome entwickelt, soll sofort Kontakt zum eigenen Hausarzt aufnehmen und einen PCR-Test machen, rät das Gesundheitsamt.

An beiden Abenden mehr als 1000 Gäste im „Fun-Parc“

Wie viele Personen von der Quarantäneanordnung betroffen sind, konnte das Gesundheitsamt am Donnerstag noch nicht sagen. An beiden Abenden hätten sich aber mehr als 1000 Gäste in der Diskothek aufgehalten. Auch Fotos, die die Discothek von ihrer "Traditionellen Heiligabend Party" am 24. und vom "Weihnachtswahnsinn" am 25. Dezember veröffentlicht hat, zeigen ein volles Haus.

Dem Betreiber der Diskothek sei nach Angaben von Larissa Bebensee kein Vorwurf zu machen. "Das Hygienekonzept liegt uns vor. Und wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass dagegen verstoßen worden ist", sagte Bebensee den LN. Auf dem Gelände des Fun-Parc befinde sich sogar eine eigene Teststation. Sämtliche Gäste der Partys mussten entweder geimpft oder genesen sein sowie einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Allerdings gibt es inzwischen Daten, dass die verfügbaren Schnelltests die Omikron-Variante schlechter erkennen.

Die Feiern in den Diskotheken "Joy" und "Fun-Parc" sind nicht die einzigen, die ein Quarantäne-Nachspiel haben. Auch in dem Club "Rotes Cliff" in Kampen auf Sylt waren nach einer Party an Heiligabend mehrere Omikron-Fälle aufgetreten.

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Der Stormarner SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein machte Ministerpräsident Daniel Günther direkt für den Ausbruch verantwortlich: „Diese Situation ist einzig und allein aufgrund der Fahrlässigkeit der Landesregierung entstanden“, sagt von Pein. „Während in anderen benachbarten Bundesländern bereits Diskotheken geschlossen waren, wurde hier an vielen Orten in Schleswig-Holstein noch eine fette Weihnachtsparty gefeiert. Somit wurde die Möglichkeit für Superspreading Events geschaffen.“

Die Gefahr durch Omikron sei schon vor Weihnachten hinlänglich bekannt gewesen, sagte der SPD-Politiker. Ein konsequentes Durchgreifen hätte die Verbreitung des Virus besser eindämmen können. „Dass nun viele hundert Menschen betroffen sind, das Virus sich ausbreiten könnte und Menschen in Quarantäne müssen geht auf das Konto der Jamaika-Regierung von Daniel Günther.“

Von Oliver Vogt

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