Fortsetzung in Planung

„Enkel für Anfänger“ im ARD-Sommerkino: Familienkomödie mit Witz und Charme

Karin (Maren Kroymann), Philippa (Barbara Sukowa, rechts) und Gerhard (Heiner Lauterbach) werden Leihgroßeltern.

Das ist mal ein netter und manchmal wunderbar fieser Film: In Wolfgang Groos’ Familienkomödie „Enkel für Anfänger“ (Drehbuch: Robert Löhr), den die ARD in ihrer Reihe „Sommerkino im Ersten“ zeigt, stehen zwei Rentnerinnen und ein Rentner im Mittelpunkt. Eines haben sie gemeinsam: Sie langweilen sich fürchterlich, haben aber keine Lust auf typische Rentnerfreizeitaktivitäten wie Nordic Walking – und entdecken eine aufregende Alternative. Eine, die sich auch bei uns langsam durchsetzt. Sie kümmern sich nämlich als Leihgroßeltern um Kinder, deren leibliche Eltern dazu oft keine Zeit (oder Lust) haben.

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Auf diese Idee kommt zuerst Philippa (Barbara Sukowa), eine zottelige Hippieoma, die in einem Bauwagen lebt und auch sonst äußerst unkonventionell auftritt. Ihr Leihsprössling ist die Tochter ernster Helikoptereltern, die mit ihrer übertriebenen Fürsorge samt Notfallrucksack und salzarmer Dinkelbrezel ihre Kleine erdrücken. Aber das ignoriert Philippa konsequent, und leider auch die Lebensmittelallergie des Mädchens.

Vom Reisen hält Harald nicht viel

Sie macht also wie immer ihr Ding. Und sie ist die Schwägerin von Karin (Maren Kroymann), die davon träumt, mit ihrem Mann Harald (Günther Maria Halmer) nach Neuseeland zu reisen. Wovon der alles andere als begeistert ist. Vom Reisen hält Harald nicht viel, bestenfalls mal für ein Wochenende nach Bad Salzuflen. Ansonsten liebt er zwei Dinge: seine Modelleisenbahn und seinen Mähroboter. Auch Kinder oder Enkel passen nicht in seine kleine Welt.

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Dennoch lässt sich Karin von Philippas Idee anstecken und beschließt, auch Leihoma zu sein. Dazu überredet sie sogar ihren Jugendfreund, den schwulen Ex-Internisten Gerhard (Heiner Lauterbach), der nach dem Tod seines Partners ein ziemlich langweiliges Leben führt.

Vier Leihenkelkinder sorgen für frischen Wind

Gesagt, getan. Bald schon sorgen vier Leihenkelkinder für frischen Wind im Alltag des Rentnertrios. Wobei die Kinder erstaunlich brav sind – mit einer Ausnahme: der pubertierenden Marle (Maya Lauterbach), die ziemlich bockig ist.

Das ist die Ausgangssituation für eine besonders in der ersten Hälfte turbulente Komödie, die in kleinen Episoden vom Aufeinandertreffen der Generationen, der Kinder, Eltern und Leihgroßeltern, erzählt. Dabei bekommen alle ihr Fett weg. Der Film spielt lustig mit Klischees und Vorurteilen.

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Witze über ökokorrekte Helikoptereltern

Besonders durch den Kakao gezogen werden – wie sollte es anders sein – die ökokorrekten Helikoptereltern, wenn es beim Grillen beispielsweise heißt: „Ist das bio?“ „Nein, Schwein!“

Aber auch die anderen Eltern sind nicht ohne: die Patchworkfamilie um Vater Kai (Dominic Raacke) sorgt gar für amouröse Verwicklungen. Opfer ist ausgerechnet Karin, die unter ihrem Alltag offenbar besonders leidet. Gerhard gerät dagegen an eine alleinerziehende Mutter (Palina Rojinski), die ständig über Tinder nach neuen Partnern sucht. Gerhard ist es auch, der fast verhaftet wird, weil er mit einem Eis seinem Leihenkel einen Museumsbesuch schmackhaft machen will. Aufmerksame Passanten, die das beobachten, halten ihn für einen Sittenstrolch und rufen die Polizei. Eine amüsante Szene.

Eisenbahnfan Harald kommt zu kurz

Wer in diesem Film leider viel zu kurz kommt, ist Eisenbahnfan Harald. Dabei hätte sich eine Konfrontation zwischen seiner Modellanlage und tobenden Kindern so angeboten. Dafür hat er aber den Satz des Films, wenn er ein Kind vor seinem Mähroboter mit den vortrefflichen Worten warnt: „Da sind rotierende Klingen drin! Wenn man da mit dem Fuß reinkommt, können die kaputtgehen!“ Und das wäre ja schade.

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Kurzum: „Enkel für Anfänger“ ist eine Komödie für die ganze Familie, die auch und gerade wegen des tollen Rentnertrios Kroymann, Lauterbach und Sukowa wunderbar unterhält. Auf die Fortsetzung „Enkel für Fortgeschrittene“, die im kommenden Jahr ins Kino kommen soll, kann man daher nur gespannt sein.

„Enkel für Anfänger“ läuft an diesem Montag, 4. Juli, ab 20.15 Uhr in der ARD.

 

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