„Megxit“ oder „Sussexit“? Briten diskutieren über BBC-Royal-Doku

Prinz William von Großbritannien (l.) und sein jüngerer Bruder Prinz Harry stehen im Zentrum der BBC-Dokumentation „The Princes and the Press“ (Archivbild).

Prinz William von Großbritannien (l.) und sein jüngerer Bruder Prinz Harry stehen im Zentrum der BBC-Dokumentation „The Princes and the Press“ (Archivbild).

London. Obwohl Meghan und Harry längst nicht mehr in Großbritannien leben, kommen sie auf der Insel nicht aus den Schlagzeilen. Zum Leidwesen vieler Briten, die das Drama um das Paar längst satthaben. Der jüngste Eklat dreht sich um den zweiten Teil einer TV-Dokumentationsreihe mit dem Titel „The Princes and the Press“ der BBC, die am Montag ausgestrahlt wurde. Er beleuchtet unter anderem das Verhältnis des Herzogpaares von Sussex zu den Medien und dessen Rückzug aus der königlichen Familie. Die Sendung sorgte schon im Vorfeld für Aufruhr. Berichten zufolge sollte die Folge nämlich von „Megxit“ zu „Sussexit“ unbenannt werden. Fakt ist: Auf der Website der BBC heißt die Folge nun schlicht „Episode 2″.

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Die BBC reagierte mit der Namensänderung auf die von Harry gemachten geäußerten Vorwürfe, denen zufolge der Begriff „Megxit“ sexistisch sei. Was genau an dem Wort sexistisch sein soll, ließ er jedoch offen. Ein Kolumnist der britischen Tagezeitung „The Telegraph“ machte sich diese Woche die Mühe, dem Prinzen zu erklären, wie der Titel zustande kam. „Entgegen seiner Behauptung war der Begriff ‚Megxit‘ nicht dazu gedacht, Hass auf Frauen auszudrücken.“ Denn er enthielte zwar die erste Silbe eines Frauennamens – „und zwar, wie der Herzog so scharfsinnig erkannt hat, den der Frau, mit der er verheiratet ist“ –, im Zentrum stehe dabei aber das Wortspiel. Denn „Megxit“ klinge ein bisschen wie „Brexit“. „Ein politisches Ereignis, das dem Herzog vielleicht bekannt ist.“

Keine BBC-Weihnachtssendung mehr mit William und Kate

Doch es sind nicht nur Harry und Meghan, die die Berichterstattung der BBC kritisieren. „The Princes and the Press“ geriet gestern in den britischen Medien unter Beschuss, weil die Dokumentation längst bekannte Informationen erneut thematisiert und damit Öl ins Feuer geschüttet habe. In einer Rezension des „Telegraph“ hieß es: „Das Recycling für das Fernsehen hat nichts gebracht, außer die Beziehungen zwischen der BBC und der königlichen Familie zu beeinträchtigen.“ In der Folge der zweiteiligen Serie am Montagabend ging es unter anderem um die Zerwürfnisse zwischen Harry und seinem Bruder Prinz William. Tatsächlich hatten William und Kate schon nach der Ausstrahlung der ersten Folge von „The Princess and the Press“ vergangene Woche als Zeichen des Protestes eine Weihnachtssendung abgesagt, welche bei der BBC ausgestrahlt werden sollte.

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Berichten zufolge werde die in Westminster Abbey veranstaltete Wohltätigkeitsveranstaltung nun bei dem britischen Sender ITV gezeigt. In einer seltenen gemeinsamen Erklärung kritisierten alle drei königlichen Haushalte – der Buckingham-Palast, das Clarence House mit Prinz Charles und Camilla sowie der Kensington-Palast mit William und Kate – , dass die Dokumentation der BBC „überzogenen und unbegründeten Behauptungen aus ungenannten Quellen“ Glaubwürdigkeit verleihe.

Prinz Charles wehrt sich juristisch gegen Rassismusvorwürfe

Auch Behauptungen, wonach Charles über die Hautfarbe der zukünftigen Kinder von Harry und Meghan spekuliert haben soll, werden aus Kreisen des Palastes als „Fiktion“ bezeichnet, berichteten Medien. Der US-amerikanische Autor Christopher Anderson hatte in einem neuen Buch von einem entsprechenden Dialog zwischen Charles und seiner Frau Camilla berichtet. Die Anschuldigungen stehen seit dem aufsehenerregenden Fernsehinterview, das Meghan und Harry im März der US-Moderatorin Oprah Winfrey gegeben hatten, im Raum. Elizabeth II. und ihr im April im Alter von 99 Jahren gestorbener Mann Prinz Philip nahm das Paar nachträglich von dem Vorwurf, sich rassistisch geäußert zu haben, aus. Seitdem wurde heftig spekuliert, wen die beiden gemeint haben könnten.

Harry und Meghan, die sich mittlerweile von der britischen Krone losgesagt haben, leben mit ihren zwei Kindern, dem zweijährigen Archie und der fünf Monate alten Lilibet, in Kalifornien. Doch auch in den USA ist das Paar zunehmend umstritten, insbesondere seit Meghan ihren Titel dazu genutzt hatte, um sich mit Forderungen nach bezahltem Mutterschaftsurlaub in die US-amerikanische Politik einzumischen. Für Furore sorgt auch der Umstand, dass sie sich vor einem Berufungsgericht entschuldigen musste, weil sie „vergessen“ hatte, mit den Autoren einer Biografie zusammengearbeitet zu haben. In dem Verfahren geht es um eine Klage gegen britische Zeitungsverlage, die Auszüge eines Briefes an ihren Vater veröffentlicht hatten.

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