Flaute im TV

Sommerliches Heimkino: fünf Serientipps aus der Redaktion

Sie sitzen seit der ersten Staffel von „Orange Is the New Black“ im Gefängnis Litchfield: Lorna Morello (Yael Stone), Galina „Red“ Reznikov (Kate Mulgrew), Nicole „Nicky“ Nichols (Natasha Lyonne), Marisol „Flaca“ Gonzalez (Jackie Cruz) und Gloria Mendoza (Selenis Leyva) (v. l.).

Sie sitzen seit der ersten Staffel von „Orange Is the New Black“ im Gefängnis Litchfield: Lorna Morello (Yael Stone), Galina „Red“ Reznikov (Kate Mulgrew), Nicole „Nicky“ Nichols (Natasha Lyonne), Marisol „Flaca“ Gonzalez (Jackie Cruz) und Gloria Mendoza (Selenis Leyva) (v. l.).

Hier finden Sie die fünf Serientipps, die alle streambar sind:

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„Jane the Virgin“: absurde Unterhaltung

Jane (Gina Rodriguez, l.) wollte eigentlich bis zur Ehe Jungfrau bleiben.

Jane (Gina Rodriguez, l.) wollte eigentlich bis zur Ehe Jungfrau bleiben.

„Verliebt in Berlin“, „Sturm der Liebe“, „Rote Rosen“ – Telenovelas erfreuen sich seit Jahren auch in Deutschland großer Beliebtheit. „Jane the Virgin“ (fünf Staffeln, 100 Folgen, Netflix) nimmt die oft als oberflächlich kritisierten Handlungsstränge unterhaltsam auf die Schippe. Protagonistin Jane (Gina Rodriguez), die bis zur Ehe Jungfrau bleiben möchte, wird zu Beginn versehentlich künstlich befruchtet – von Hotelerbe Rafael, der eigentlich ein Kind mit Freundin Petra möchte. Und dann ist da auch noch Janes Vater Rogelio, der in der Telenovela ein Schauspieler ist, der in einer Telenovela mitspielt.

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Die Handlung wäre schon so absurd genug, doch die Serienmacher setzen durch einen unterhaltsamen Erzähler und kommentierenden Untertitel immer noch einen drauf. Wer einmal im Binge-Watch-Modus ist, kann sich freuen, dass die liebevoll gecasteten Schauspieler nahezu alle bis zum – natürlich – Happy End an Bord bleiben.

Lena Obschinsky

„Ted Lasso“: Weltflucht mit „Nulpen“-Team

Superoptimist Ted Lasso (Jason Sudeikis) lässt sich nicht zu einem Werkzeug des Untergangs machen.

Superoptimist Ted Lasso (Jason Sudeikis) lässt sich nicht zu einem Werkzeug des Untergangs machen.

Um als Serienfan eine Weltflucht glücken zu lassen, verzieht man sich am besten ins Stadion – zu „Ted Lasso“ auf Apple TV+. Da heuert die von ihrem Milliardärsgatten verlassene Chefin des britischen Premier-League-Clubs AFC Richmond ein US-College-Football-Trainerteam an, damit diese vermeintlichen Nulpen, die noch nicht mal wissen, was ein Abseits ist, den Lieblingsbesitz des Ex schnurstracks in den Abgrund führen.

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Der Superoptimist Ted Lasso (Jason Sudeikis) und sein stoischer Freund Coach Beard (Brendan Hunt) lassen sich aber nicht zu Werkzeugen des Untergangs machen. Und in Team und Crew von Richmond ist keine Figur, die im Lauf von bislang zwei Staffeln (die dritte startet noch 2022) nicht die Zuschauerherzen erobert hätte. Sogar Hannah Waddingham (sie war die mitleidlose Septa Unella in „Game of Thrones“), die als Rebecca ein Miststück mit einer goldenen Seele ist und zu Recht den Emmy bekam.

Matthias Halbig

„Modern Love“: zum Weinen rührende Liebesgeschichten

Eine Szene aus einer der Liebesgeschichten – mit Anne Hathaway und Gary Carr.

Eine Szene aus einer der Liebesgeschichten – mit Anne Hathaway und Gary Carr.

Eine Frau kann sich nicht von dem alten, klapprigen Sportwagen trennen, an dem so viele Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann hängen. Dabei ist sie – gespielt von Minnie Driver – längst in einer neuen, auch glücklichen Beziehung. Aus dem One-Night-Stand zweier junger Männer hätte mehr werden können, wenn einer von ihnen nicht durch einen katastrophalen Anruf abgelenkt worden wäre. Die zwei so unterschiedlichen Beispiele belegen die große Bandbreite der Kurzfilmserie „Modern Love“ auf Amazon Prime.

Die Episoden sind oft zum Weinen rührend, ohne rührselig zu sein. Zum Beispiel in der Auftaktfolge „Wenn der Portier dein bester Mann ist“ über einen Hausvorsteher mit väterlichem Beschützerinstinkt. Liebe kommt in der Serie in all ihren Facetten zur Sprache, die Lebens- und Liebesstile sind auffällig divers. Die Serie ist übrigens inspiriert von der Beziehungsrubrik der „New York Times“.

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Nina May

„Orange Is the New Black“: einzigartige Frauenknastbeziehungen

Taylor Schilling als Piper Chapman in einer Szene der sechsten Staffel von „Orange Is the New Black".

Taylor Schilling als Piper Chapman in einer Szene der sechsten Staffel von „Orange Is the New Black".

Mit Piper Chapman und Alex Vause kann man den ganzen Sommer verbringen – ihre Frauenknastbeziehung und die weiterer einzigartiger Charaktere werden in „Orange Is the New Black“ (streambar bei Netflix) über sieben Staffeln und 91 Episoden erzählt. Und keine davon ist zu viel.

Alles beginnt mit der bisexuellen Piper (Taylor Schilling), erfolgreich, verlobt mit einem Mann, die von Drogengeschäften aus ihrer Vergangenheit eingeholt wird und ins Gefängnis muss, wo sie auf ihre ehemalige Geliebte Alex trifft. Mit vielen Rückblenden werden ihre Geschichten erzählt. Es geht dabei oft brutal und hart zu im Litchfield-Gefängnis, doch die Figuren sind so divers wie feinsinnig gestaltet, dass man jede für sich lieb gewinnt – trotz ihrer kriminellen Energie. Die Beengung der Gefängnismauern spürt man manchmal bis auf die Couch vor dem Fernseher, gleichzeitig überzeugt die Serie mit einem wunderbar schwarzen Humor.

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Hannah Scheiwe

„Euphoria“: Das Leben schafft sie nüchtern nicht

Zendaya in einer Szene aus „Euphoria“.

Zendaya in einer Szene aus „Euphoria“.

Die 17-jährige Rue (Zendaya) kommt aus der Entzugsklinik und es wird schnell klar, dass sie keinerlei Absichten hat, clean zu bleiben. Das Leben schafft sie nüchtern einfach nicht, und wenn man es durch ihre Augen sieht, versteht man sie sogar. An der Highschool kämpft sie sich mit den anderen durchs Leben: Cassie (Sydney Sweeney) versucht, cool zu sein, und wird zur Schlampe gestempelt, Nate (Jacob Elordi) hasst und liebt seine Freundin in gleichem Maße, und Jules (Hunter Schafer) verabredet sich über Tinder mit schwulen Männern, obwohl sie als Frau lebt.

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Hier gibt es keine geföhnten Teenager, die gegen dunkle Dämonen kämpfen. Hier hat jeder Charakter seine eigenen Dämonen, jede Rolle ist vielschichtig und fantastisch besetzt. Die Serie strotzt vor gesellschaftlichen Bezügen, und Zendaya als Rue ist eine Naturgewalt. Diese Serie macht einen fertig, und zwar im besten Sinne. „Euphoria“ ist ­streambar bei Wow (ehemals Sky).

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