Krieg in der Ukraine

Veranstalter schließen Russland vom ESC aus

Fahnenträger der ESC-Finalisten kommen vor dem Finale des 63. Eurovision Song Contest in die Arena. (Archivfoto)

Russland wird aufgrund Putins Krieg in der Ukraine vom diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in Turin ausgeschlossen. Das gab die Europäische Rundfunkunion als Veranstalterin am Freitag bekannt. Der 66. ESC findet am 14. Mai statt.

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Die Entscheidung spiegele die Besorgnis wider, dass angesichts der „beispiellosen Krise in der Ukraine“ die Aufnahme eines russischen Beitrags „den Wettbewerb in Verruf bringen“ würde, heißt es in einer Stellungnahme. Die Europäische Rundfunkunion setze sich weiterhin dafür ein, die Werte eines kulturellen Wettbewerbs zu schützen, der den internationalen Austausch und die Verständigung fördere, das Publikum zusammenbringe, die Vielfalt durch Musik feiere und Europa auf einer Bühne vereine.

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ARD und ZDF begrüßten am Abend die Entscheidung. „Wenn ein Teilnehmerland des ESC von einem anderen angegriffen wird, sind wir innerhalb der europäischen ESC-Familie solidarisch. Deshalb ist die Entscheidung gegen die Teilnahme Russlands an dieser Stelle richtig“, werden die ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger und ZDF-Intendant Thomas Bellut in einer gemeinsamen Mitteilung zitiert.

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Die Europäische Rundfunkunion hatte noch am Donnerstag verkündet, der ESC sei ein nicht-politisches, kulturelles Event. „Die EBU ist jedoch besorgt über die aktuellen Ereignisse in der Ukraine und wird die Situation weiterhin genau beobachten.“

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Nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war, hatte die Ukraine gefordert, die EBU-Mitgliedssender sollten so früh wie möglich erwägen, Russland vom diesjährigen ESC in Italien auszuschließen. Auch andere Länder hatten den Ausschluss gefordert. Finnland drohte nach Angaben des zuständigen Rundfunksenders Yle gar damit, keinen Beitrag zum ESC zu schicken, sollte die Europäische Rundfunkunion Russland nicht die Teilnahme verbieten. Der russische Angriff auf die Ukraine verstoße gegen alle Werte, für die man selbst ebenso stehe wie alle anderen europäischen Rundfunksender, erklärte Yle am Freitag.

Wirbel um ukrainische Kandidatin

Mit Russland wollten eigentlich 41 Länder am ESC 2022 teilnehmen. Die Höchstgrenze der EBU liegt bei 44 - diese Teilnehmerzahl wurde allerdings bis jetzt noch nie erreicht. Belarus ist nach der Suspendierung des Senders BTRC im vergangenen Jahr auch weiterhin vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Am 16. Februar trat Alina Pash als Kandidatin der Ukraine zurück. Hintergrund waren offene Fragen zu einer Reise der Sängerin auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Jahr 2015. Nach dem Rücktritt von Pash schickt die Ukraine nun die Band Kalush Orchestra mit dem Titel „Stefania“ nach Turin. Er muss sich erst noch in einem der Halbfinals (10. und 12.5.) qualifizieren. Der russische Beitrag war noch gar nicht gekürt worden.

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Die Halbfinals des ESC finden am 10. und 12. Mai statt, das Finale am 14. Mai. Deutschland will seinen Song 2022 kommende Woche küren.

RND/dpa/seb

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