Besonders Jugendliche und Frauen betroffen

Polizei warnt vor Schlafangeboten: In Berlin sollen gezielt geflüchtete Frauen und Jugendliche angesprochen worden sein

Ankunft von Uurainischen Kriegsflüchtlingen mit einem Zug aus Warschau.

Berlin. Am Berliner Hauptbahnhof sollen ukrainischen Geflüchteten, besonders Jugendlichen und Frauen, unseriöse Schlafangebote gemacht worden sein. Diesen Hinweis hat die Berliner Polizei bekommen und reagiert nun darauf, wie Polizeisprecher Hartmut Paeth dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bestätigt.

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„Die Einsatzkräfte wurden dahingehend sensibilisiert“, sagt er. Das bedeute, dass die Polizistinnen und Polizisten etwa ukrainische Geflüchtete am Bahnhof direkt ansprechen und sie darauf hinweisen würden – besonders „Menschen, die besonders hilfsbedürftig sind“, also vor allem auch Minderjährige. Diese sollten am besten nicht bei Privatpersonen unterkommen, sondern in behördlicher Betreuung.

Dem „Tagesspiegel“ berichtete auch ein Helfer am Hauptbahnhof, dass er von den unlauteren Gerüchten gehört habe. Dem Bericht zufolge waren diese auch Thema in Chatgruppen, in denen sich die ehrenamtlichen Helfenden organisieren.

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Kritik an Vorgehen bei Aufnahme von Geflüchteten

Kritik am Vorgehen bei der Aufnahme von Geflüchteten kommt auch von Bernd Siggelkow, Leiter des christlichen Kinderhilfswerks „Die Arche“ im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Er bemängelte gegenüber dem „Tagesspiegel“, dass aktuell kaum kontrolliert werde, welche Personen jetzt Frauen und Kinder bei sich zu Hause aufnehmen würden. Er fordert demnach, schnell mehr zentrale Ankunftsstellen für die geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer zu schaffen.

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Angesichts Tausender täglich in Berlin ankommender Ukraine-Geflüchteter hat außerdem Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey dringend Hilfe vom Bund gefordert. „Die Aufnahme der Menschen aus der Ukraine ist eine nationale Aufgabe“, sagte die SPD-Politikerin am Samstag.

Mehrere Tausend Geflüchtete kommen in Berlin an

Der Bund müsse auch über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) dringend aktiv werden „und ein bundesweites Verteilsystem schaffen, da Berlin andernfalls an die Grenze seiner Aufnahmekapazität gerät“. Das gelte es unbedingt zu vermeiden. Auch Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sagte am Samstag: „Der Bund muss jetzt endlich koordinierend tätig werden. Berlin kann diese dramatische Fluchtbewegung nicht allein steuern.“

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Allein am vergangenen Freitag kamen nach Angaben der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales mehr als 11.000 Kriegsflüchtlinge in Berlin an. Weil die Kapazitäten am Ankunftszentrum in Reinickendorf längst nicht mehr ausreichten, seien neben Hostels etwa auch zwei Kirchen genutzt worden, hieß es.

RND/hsc/mit dpa

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