Nach Unfall von Garmisch-Partenkirchen

Dutzende Strecken der Bahn gesperrt – weil Betonschwellen gefährlich sein könnten

Nachdem im Juni fünf Menschen bei einem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen starben, lässt die Deutsche Bahn nun auch in Sachsen bestimmte Betonschwellen prüfen und austauschen.

200.000 Betonschwellen müssen überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Nach dem tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen muss die Deutsche Bahn 200.000 Bodenschwellen auf Schwachstellen untersuchen. Eine Liste der DB Netz, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt, zeigt nun die Dimensionen dieser Inspektion. 47 Abschnitte musste die Bahn im August komplett sperren, auf 118 weiteren Passagen musste das Tempo teils drastisch verringert werden. So dürfen Züge teilweise nur 20 Kilometer pro Stunde fahren, an anderen Trassen sogar nur Tempo fünf. Dem Konzern zufolge gibt es noch immer 31 Sperrungen und 124 Passagen mit Tempolimit.

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Bundesweite Verspätungen

Diese Vielzahl an Sperrungen und Tempolimits sei eine Ursache für die bundesweit vielen Verspätungen im Zugverkehr. Zwar gehe es oft nur um kurze Abschnitte, jedoch hätten lange Umleitungen Folgen auf den gesamten Verkehr. Einschränkungen gibt es in fast allen Bundesländern: Am stärksten betroffen sind Sachsen mit 42 Problemstellen, Bayern mit 37 und Sachsen-Anhalt mit 30.

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Grund für die Überprüfungen sind Betonschwellen. Dabei handelt es sich um solche, die auch das Unglück bei Garmisch-Partenkirchen ausgelöst haben können, da die gleiche Charge deutschlandweit verbaut wurde. „Erste vorläufige Erkenntnisse aus technischen Gutachten unabhängiger Prüfinstitute legen nun den Verdacht nahe, dass ein Herstellerfehler vorliegt“, teilte der Konzern der „Süddeutschen Zeitung“ mit. „Die Schwellen weisen teilweise Unregelmäßigkeiten in der Materialbeschaffenheit auf.“

Die Gefahr dahinter sei eine chemische Reaktion, bei der eigentlich harter Beton brüchig wird und die diesen von innen sprengt. Bis Ende des Jahres soll ein Großteil der Betonschwellen ausgetauscht sein, die Arbeiten könnten jedoch auch bis nächstes Jahr andauern. Der Schaden für die Bahn liege im unteren dreistelligen Millionenbereich.

RND/vkoe

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