Fälle in Niederlanden

Ecstasy in Champagnerflaschen in der Oberpfalz: Ermittlungen werden auf das Ausland ausgeweitet

Ein Polizeifahrzeug steht vor einem Lokal in Weiden in der Oberpfalz. Nach einem Restaurantbesuch war ein 52-Jähriger dort an einer Vergiftung mit flüssigem Ecstasy-Wirkstoff gestorben, der in eine Champagnerflasche gefüllt worden war.

Weiden. Nach dem tödlichen Konsum von Drogen aus einer Champagnerflasche in der Oberpfalz weiten sich die Ermittlungen aus. In den Niederlanden waren – wenige Tage nach der Vergiftung von acht Restaurantbesuchern in Weiden mit einem Toten und sieben Verletzten – vier Menschen durch das Trinken des flüssigen Ecstasy-Wirkstoffs MDMA aus einer Champagnerflasche verletzt worden. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) waren die beiden Fälle aber nicht die ersten derartigen Drogenfunde.

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So sei in Australien bei einer Grenzkontrolle im Jahr 2018 flüssiges MDMA in geschmuggelten Champagnerflaschen gefunden worden, sagte ein Sprecher. Es habe sich um dieselbe Marke wie jüngst in Weiden und in den Niederlanden gehandelt, nicht aber um die gleiche Sorte. Die Flaschen seien damals per Luftfracht aus Europa nach Australien verschickt worden.

Wurden Menschen in Pfalz und Niederlanden Opfer eines Drogendeals?

Dem Bundeskriminalamt lägen zwar „keine Erkenntnisse darüber vor, dass gezielt Champagnerflaschen zum Schmuggel von flüssigem MDMA in Europa genutzt werden“, sagte der BKA-Sprecher. Organisierte Banden versuchten aber immer wieder mit teils „sehr unkonventionellen Methoden“, Drogen zu schmuggeln – auch in Getränkeflaschen.

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Die Frage, ob die Menschen in Weiden und in den Niederlanden Opfer eines solchen Drogendeals geworden sind, sei derzeit „Teil der Ermittlungen“, sagte eine Polizeisprecherin. In beiden Fällen waren die Flaschen der Marke „Moët & Chandon“ nach Angaben des Herstellers Moët Hennessy im Internet von Privatpersonen bestellt worden, beide Flaschen hätten zur selben Charge gehört. Der Champagner sei daraus entfernt worden, bevor das flüssige MDMA hineingefüllt wurde. Man kooperiere „voll und ganz“ mit den Behörden und unterstütze diese bei den Ermittlungen, teilte Moët Hennessy Deutschland mit.

Warnung für Flaschen der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“

Nach den Vergiftungen in den Niederlanden hatte die Behörde für Nahrungsmittel NVWA eine Warnung für betroffene Drei-Liter-Flaschen der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“ herausgegeben. Schon kleinste Mengen könnten schwere Schäden verursachen, warnte die Behörde. Man solle den Inhalt nicht berühren, geschweige denn probieren. „Die Einnahme eines kleinen Schluckes kann tödlich sein.“

Moët Hennessy Deutschland wies in einer Mitteilung darauf hin, dass flüssiges MDMA „weder wie Champagner aussieht, noch die Eigenschaften von Champagner hat“. Die Droge perle nicht, habe eine rotbraune Farbe, die mit der Zeit dunkler werde, und rieche nach Anis.

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RND/dpa

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