Eingestürztes Gebäude in Miami sank seit Jahrzehnten langsam in den Boden

Jäh eingestürzt: das zwölfstöckige Hochhaus am Meer in Miamis Stadtteil Surfside.

Miami. „Es klang, als sei das Gebäude von einer Rakete getroffen worden“, wurde ein Bewohner des eingestürzten Hochhauses in Surfside von der „New York Times“ zitiert. Der Lärm muss infernalisch gewesen sein. Und das eingestürzte Gebäude in Miamis Stadtteil Surfside sieht tatsächlich aus, als wäre es im Krieg zerstört worden. Laut des Bürgermeisters von Miami-Dade gibt es bis zum Freitagmorgen einen Toten, doch 102 Menschen werden noch vermisst.

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Untersuchung: Gebäude grub sich seit Jahrzehnten in den Boden

Jetzt werden die ersten Stimmen laut, die die Ursache für den katastrophalen Kollaps des 40 Jahre alten Appartementkomplex kennen könnten. Laut Offiziellen und einer wissenschaftlichen Untersuchung sackte das zwölfstöckige Gebäude bereits seit Jahrzehnten ab. War das der Grund für den Einsturz?

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Shimon Wdowinski, Professor der Florida International University, hatte 2020 eine Statikuntersuchung der Gebäudestruktur angefertigt. Er fand heraus, dass die Champlain Towers South in Surfside seit 1990 jährlich zwei Millimeter in den Boden eingesunken waren. Der „USA Today“ verriet Wdowinski: „Als ich die Bilder heute Morgen gesehen habe, dachte ich ‚Oh mein Gott, wir hatten das ja festgestellt‘. Wir haben mehrere Gebäude untersucht und festgestellt, dass nur die Champlain Towers South ungewöhnliche Bewegungen machten.“

Die Untersuchung war auf Überschwemmungsgefahr ausgerichtet

Allerdings habe das Augenmerk der Studie darauf gelegen, ob bei Gebäuden Überschwemmungsgefahr bestehe. Wdowinski: „Konstruktionsproblemen haben wir keine hohe Bedeutung beigemessen. Wir haben die Problematik in unserem Bericht in einer Zeile erwähnt. Allerdings glaube ich nicht, dass die Verantwortlichen der Stadt das gesehen haben.“

Gegenüber „USA Today“ relativierte Wdowinski seine Erkenntnisse. Er wolle keinesfalls suggerieren, dass seine Resultate eine Gewissheit gäben, was den Einsturz ausgelöst habe.

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Nach den Statuten des Bezirks Dade County müssen Gebäude alle 40 Jahre neu zertifiziert werden. Stadtkommissionsmitglied Eliana Salzhauer verriet der TV-Station WPLP, dass das Gebäude gerade inspiziert wurde, ob es elektrische oder strukturelle Probleme gibt. Die Inspektion hatte zwar keine Probleme aufgezeigt, war aber auch noch nicht abgeschlossen. Noch Stunden vor dem Unglück sei ein Bauinspekteur vor Ort gewesen.

Stahl rostig, Betonschäden − Anwalt berichtet von geplanten Renovierungsarbeiten

Das Gebäude sollte in der nächsten Zeit umfangreich renoviert werden, wie die „New York Times“ berichtet. Laut des Anwalts Kenneth Salzhauer, Direktor von der Betreibergesellschaft der Champlain Towers South, sollten rostige Stahlteile und beschädigter Beton ausgetauscht werden. In einem Interview sagte der Direktor, die Reparaturarbeiten hätten „gerade losgehen sollen“. Auch er verneinte indes einen Zusammenhang mit dem Gebäudekollaps. Nach 40 Jahren habe jedes Haus am Meer Probleme mit Korrosion und Betonverschleiß.

Salzhauer: „Ich will wissen, warum das passiert ist. Es war kein Akt Gottes oder eine Naturkatastrophe. Gebäude stürzen nicht einfach ein.“

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war ein Teil des Hochhauskomplexes eingestürzt. Das Video einer Überwachungskamera zeigt, wie schnell sich die Katastrophe ereignete, sodass den Bewohnern praktisch keine Zeit zur Flucht blieb.

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Bei dem Unglück kam ein Mensch ums Leben, elf Bewohner wurden verletzt (Stand: Freitag, 11 Uhr). Es wird allerdings vermutet, dass weitere Tote unter den Trümmern liegen.

RND/sin/big

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