Fall Gil Ofarim: Ermittler stellten Geschehen in Leipziger Hotel nach

Die Leipziger Staatsanwaltschaft lässt die Szene vom 4. Oktober mit Statisten nachstellen (Archivbild).

Leipzig. Im Zuge der Ermittlungen im Zusammenhang mit den Antisemitismusvorwürfen des Sängers Gil Ofarim gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels hat die Staatsanwaltschaft zu bemerkenswerten Methoden gegriffen: Sie ließ das Geschehen im Hotel The Westin Leipzig am vergangenen Montag mit Statisten nachstellen, wie die Staatsanwaltschaft gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ bestätigte. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

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Die Entscheidung, den Fall nachzustellen, sei nach Bewertung und Würdigung der Ergebnisse des seit Mitte November vorliegenden Gutachtens gefällt worden, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Teil dessen war die Untersuchung des aus den Überwachungskameras des Hotels stammenden Videomaterials. „Der Sachverständige wird nunmehr sein bereits vorliegendes Gutachten mit den neuen Erkenntnissen und den daraus aus sachverständiger Sicht zu ziehenden Schlüssen ergänzen“, teilte Schulz mit. Damals unmittelbar beteiligte Personen hätten nicht an der Nachstellung mitgewirkt.

Zu weiteren Details äußerte sich der Oberstaatsanwalt nicht. Die Ermittlungsbehörden würden sich erst nach Abschluss der umfassenden Ermittlungen zu einer auch erst dann möglichen Gesamtbewertung und den bis dahin gewonnenen Erkenntnissen äußern. Wann und mit welchem Ergebnis die Ermittlungen abgeschlossen werden, könne derzeit nicht gesagt werden.

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Der Sänger Gil Ofarim hatte Anfang Oktober in einem Instagram-Video geschildert, dass ihn ein Mitarbeiter von The Westin Leipzig aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen. Ofarim erstattete Anzeige. Der Hotelmitarbeiter bestritt die Vorwürfe dies und erstattete seinerseits Anzeige wegen Verleumdung.

RND/mhs/dpa

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