„Wie Gott uns schuf" wird ausgezeichnet

Initiative #OutInChurch kritisiert katholischen Medienpreis: „Nichts anderes als Pinkwashing“

Die Kombo zeigt Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Initiative „#OutInChurch. Für eine Kirche ohne Angst“ in einer Szene aus der ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“, die nun ausgezeichnet wird.

Die Kombo zeigt Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Initiative „#OutInChurch. Für eine Kirche ohne Angst“ in einer Szene aus der ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“, die nun ausgezeichnet wird.

Eigentlich wäre es ein Grund zum Feiern. Die ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche“ wird mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichnet. Sie handelt von zahlreichen Kirchenangestellten, die in dem Film ihr Coming-Out als LGBTIQ+ haben und von der Diskriminierung durch die Kirche, gleichzeitig ihr Arbeitgeber und ihr Zuhause, berichten. Doch genau die Protagonisten, die gleichzeitig zum Erscheinen des Films mit ihrer Initiative #OutInChurch an die Öffentlichkeit gingen und Forderungen stellten, wurden zur Preisverleihung nicht eingeladen, wie Rainer Teuber, Gründungsmitglied der Initiative, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

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Der Film und die Initiative #OutInChurch sorgten Anfang des Jahres für viel Aufsehen. Es folgten viele Gespräche darüber, doch geändert hat sich bisher trotzdem kaum etwas, kritisiert Teuber zudem. Zuletzt waren unter anderem Reformprozesse bei der vierten Synodalversammlung gescheitert. „Die Macher des Films werden ausgezeichnet und das auch zu Recht“, betont Teuber, der selbst gläubiger Katholik, Leiter der Museumspädagogik und des Besucherservices der Schatzkammer im Essener Dom sowie seit Jahren mit einem Mann verheiratet ist. „Aber die Doku wäre ohne die Menschen von #OutInChurch nicht denkbar.“

Der homosexuelle Katholik Rainer Teuber ist Teil der Initiative #OutInChurch.

Der homosexuelle Katholik Rainer Teuber ist Teil der Initiative #OutInChurch.

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#OutInChurch-Mitglieder kritisieren Preisverleihung

Mit weiteren Mitgliedern der Initiative hat er sich nun selbstständig für die Preisverleihung angemeldet, hofft darauf, dass auch die Autoren der Doku sowie die Laudatorin, die TV-Moderatorin Anne Will, die Kritik aufnehmen. Denn dass die Deutsche Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) den Preis der Doku verleihe, aber gleichzeitig nichts gegen die Diskriminierung genau jener Menschen unternehme, von der die Doku erzählt, verurteilt die Initiative. „Solange seitens der Bischöfe keine konkreten Taten folgen, nimmt #OutInChurch die Verleihung eines Medienpreises als Versuch einer reinen Imagekampagne auf dem Rücken queerer Menschen wahr. Das ist dann nichts anderes als Pinkwashing“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative dazu.

In der Jurybegründung für die Verleihung des Preises an die Doku heißt es: „Es ist ein tief berührender, erschütternder Film, der beschämt und aufrüttelt. Er zeigt Menschen, die sich nichts mehr ersehnen als Respekt, Akzeptanz ihrer Identität und Anerkennung ihrer Liebe.“ Dazu sagt Teuber: „Es ist beschämend, aber nicht für uns, sondern für die Verantwortlichen in der Kirche, die nichts daran ändern.“

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