Millionär rast mit 417 km/h über die A 2: Stephan Weil dringt auf Tempolimit

Zu Lichtspuren verwischt sind die Fahrzeuge auf der Autobahn.

Angesichts des Falls eines tschechischen Geschäftsmanns, der mit 417 Stunden­kilometern über die A 2 zwischen Berlin und Hannover gerast ist, bekräftigt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) seine Forderung nach einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung gebe es „viele gute Gründe“, sagte er dem Magazin „Der Spiegel“ – darunter mehr Sicherheit, entspannteres Fahren und mehr Umweltschutz.

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„Auch wenn es auf vielen Strecken angesichts der vollen Straßen und der bereits geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen keinen großen Unterschied machen wird, plädiere ich für eine Höchstgrenze von 130 Stundenkilometern“, sagte Weil. Im Koalitionsvertrag hatten sich die Ampelparteien letztlich gegen die Einführung eines generellen Tempolimits in dieser Legislaturperiode entschieden – in den Koalitionsverhandlungen setzte sich die FDP damit gegen SPD und Grüne durch.

„Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel“

Die Rufe nach Gesetzesverschärfungen werden nichtsdestotrotz lauter. „Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel und muss bestraft werden können“, sagte die Grünen-Politikerin Swantje Michaelsen dem „Spiegel“. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hielt sich auf Anfrage bedeckt. Sein Ministerium teilte vergangene Woche lediglich mit, es lehne jedes Verhalten im Straßenverkehr ab, das Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen gefährde oder gefährden könnte.

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Der tschechische Millionär Radim Passer war Mitte 2021 in einem Bugatti Chiron über die A 2 gerast. Die Fahrt war in der vergangenen Woche bekannt geworden, als er ein Video davon veröffentlichte. Auf dem Abschnitt galt zwar keine Geschwindigkeitsbegrenzung, dennoch ermittelt nun die Polizei gegen den Raser. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Straftatbestand des „Alleinrennens“ erfüllt ist.

Wissing hatte ein generelles Tempolimit bislang vehement abgelehnt. Auch eine Geschwindigkeitssperre in Fahrzeugen stuft er als rechtlich nicht umsetzbar ein. „Eine verpflichtende Temposperre von 250 km/h bei Autos ist in Deutschland nicht zulässig, da die für alle EU-Mitgliedsstaaten geltenden EU-Typgenehmigungen dies nicht vorsehen“, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

RND/jle

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