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Mutter vor den Augen der Tochter getötet

Oldenburg: Lebenslange Haft für zweifachen Mord im Eifersuchtswahn

Der Angeklagte bedeckt sein Gesicht mit einem Aktenordner.

Oldenburg.Tatmotiv Eifersuchtswahn: Wegen zweifachen Mordes muss ein 34-jähriger Familienvater lebenslang hinter Gitter. Das Landgericht Oldenburg sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Iraker am 3. Oktober 2021 seine nach jesidischem Recht geheiratete Frau vor den Augen der achtjährigen gemeinsamen Tochter sowie einen 23-Jährigen in Delmenhorst tötete. Von dem Mann hatte der Angeklagte fälschlicherweise angenommen, dass er der Geliebte seiner Frau sei.

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Der Angeklagte habe seine Taten wegen eines krankhaften Eifersuchtswahns begangen, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Dabei sei dieser aber voll steuerungsfähig gewesen. Als Mordmerkmale sah das Gericht Heimtücke und niedrige Beweggründe an. Beide Opfer habe der Angeklagte ohne Vorwarnung attackiert, für sie seien die Angriffe völlig unvorhersehbar gewesen. Als der Angeklagte zu seiner Frau gesagte habe, dass er sie jetzt töten werde, habe diese das zunächst für einen Witz gehalten, sagte Bührmann.

Besondere Schwere der Schuld festgestellt

Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird es dem Verurteilten erschwert, möglicherweise bereits nach 15 Jahren wieder aus der Haft freizukommen. Zwar müsse dem Angeklagten zugestanden werden, dass er die Taten gestanden habe. „Aber die Beweislage war auch erdrückend“, sagte Bührmann. Mit seinem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Es war eine Tat auf Grundlage eines verletzten Ehrgefühls“, sagte der Staatsanwalt.

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Der Verteidiger sah dagegen keine Mordmerkmale und plädierte auf Totschlag in zwei Fällen. Er forderte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und acht Monaten sowie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. „Letztlich war der Wahn der Auslöser für die Taten“, sagte der Verteidiger.

Bührmann sagte, der Angeklagte habe sich nach dem Tod seiner Mutter einige Monate vor den Morden laut Zeugenaussagen stark verändert. Er habe seiner 27-jährigen Frau ein Verhältnis unterstellt, das nicht existierte. Dafür habe sie sterben müssen. Unterstützt worden sei er in seinem Vorhaben von mehreren männlichen Verwandten.

Am Tattag habe er sich mit diesen getroffen und sei mit ihnen zusammen zu einer Bar in Delmenhorst gefahren, wo er den angeblichen Nebenbuhler mit 29 Messerstichen tötete. Die Verwandten hätten ihn weder von der Tat abgehalten noch später Rettungskräfte verständigt. Im Gegenteil, einer habe dem Täter gesagt: „Das hast du gut gemacht.“ Die Staatsanwaltschaft hatte im April wegen Beihilfe zum Mord Anklage gegen sechs Männer erhoben, darunter Brüder und Cousins des Verurteilten. Vier von ihnen sitzen in Untersuchungshaft.

Vor den Augen der Tochter

Nach dem Mord an den 23-jährigen Mann fuhr der Iraker nach Auffassung des Gerichts in die Wohnung, in der er mit seiner Frau und den drei Kindern lebte. Dort stach er 21 Mal auf die 27-Jährige ein, sie starb später im Krankenhaus. Die Tat sei vor den Augen der Tochter geschehen, „was einem das Herz zerreißt“, sagte Bührmann.

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Nach der zweiten Tat veröffentlichte der Iraker in den sozialen Medien ein Video, in dem er sich zu den Morden bekannte. „Sie haben damit im Internet geprahlt“, sagte Bührmann. Der Angeklagte habe geglaubt, nach jesidischem Recht so gehandelt haben zu dürfen. Tatsächlich habe er zwei Familien zerstört.

RND/dpa

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