Gewalt bei Fußball-Spielen

Polizei-Gewerkschaft besorgt: „Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann könnte es Tote geben“

Ausschreitungen zwischen Fans von Nizza und Köln vor zwei Wochen.

Ausschreitungen zwischen Fans von Nizza und Köln vor zwei Wochen.

Köln. Die Gewerkschaft der Polizei blickt mit Sorge auf eine zunehmende Gewalt im Umfeld von Fußball-Spielen und befürchtet eine weitere Eskalation. Die Grenzüberschreitungen würden zunehmen, die Vereine würden sich zurückziehen und kaum etwas gegen gewaltbereite Fans tun, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann könnte es Tote geben“, warnte er.

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Zuletzt hatte es Ausschreitungen durch gewaltbereite Fans beim Conference-League-Spiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza sowie beim Champions-League-Spiel von Eintracht Frankfurt bei Olympique Marseille gegeben. Dabei waren zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach Ansicht von Mertens gibt es nach Ende der coronabedingten Geisterspiele einen „Nachholbedarf beim Austoben“ in der gewaltbereiten Szene. „Das war schon beim Ende der letzten Saison so, das geht in der neuen weiter.“

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Er fordert von den Vereinen ein lebenslanges Stadionverbot für die Beteiligten. „Die Vereine müssen doch selbst ein Interesse haben, dass Fußball ein Familienevent bleibt“, sagte der Gewerkschafter. Der 1. FC Köln hatte zuletzt angekündigt, überführte Gewalttäter aus dem Verein auszuschließen und ein Stadionverbot gegen sie zu verhängen.

Kürzlich hatte bereits Fan-Experte Michael Gabriel eine wachsende Gewaltbereitschaft konstatiert. „Das hat innerhalb der Ultragruppen unseres Erachtens noch eine größere Bedeutung, eine größere Wertigkeit bekommen“, sagte der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte dem Deutschlandfunk.

Laut Gabriel sei die jüngste Häufung gewalttätiger Vorfälle auf internationaler Ebene besorgniserregend und in ihrer Dimension „sehr, sehr verstörend“. Seiner Ansicht nach sei es Glück gewesen, dass es bei den beiden Partien in Frankreich „keine Toten gegeben hat“.

RND/dpa

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