Amphibienexpertin erklärt

Riesenkröte in Australien entdeckt: Wie „Toadzilla“ so groß werden konnte

In einem australischen Nationalpark wurde eine riesige Kröte entdeckt.

In einem australischen Nationalpark wurde eine riesige Kröte entdeckt.

Hannover. Große Entdeckung in Australien: In einem Nationalpark haben australische Ranger eine riesige Aga-Kröte (Bufo marinus) gefunden. Das weibliche Tier ist stolze 25 Zentimeter lang und bringt 2,7 Kilogramm auf die Waage, wie die Umweltorganisation Queensland Environment am Freitag mitteilte. Ein Durchschnittsexemplar wiege etwa 450 Gramm. Die Wildhüter tauften die Kröte auf den Namen „Toadzilla“, angelehnt an ihren englischen Namen „Cane Toad“ und das Filmungeheuer „Godzilla“.

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Das Exemplar stellt mit seinem Gewicht wohl einen neuen Weltrekord auf. Der aktuelle Rekord für die schwerste lebende Kröte wurde 1991 von einer Aga-Kröte aufgestellt, die in Schweden gehalten wurde – sie wog 2,65 Kilogramm bei 38 Zentimetern Länge.

In Australien wurde eine riesige Kröte entdeckt.

In Australien wurde eine riesige Kröte entdeckt.

Amphibienexpertin: entdeckte Kröte „schon eine Besonderheit“

Die Bilder der riesigen Kröte mögen auf Laien erstaunlich wirken, für die Amphibienwissenschaftlerin Prof. Heike Pröhl vom Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist das aber nichts Außergewöhnliches. „Ich habe solch große Kröten auch schon in Guatemala und Costa Rica gesehen. Eine so große Kröte in freier Wildbahn zu sehen ist schon eine Besonderheit, aber auch keine allzu große Sensation“, sagt die Expertin am Freitag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Klar sei aber, dass die meisten Aga-Kröten nicht so groß werden wie „Toadzilla“. Oft würden jedoch Exemplare gesehen, die eine Länge von 15 Zentimetern und ein Kilogramm Gewicht erreichen.

Amphibien wachsen ihr gesamtes Leben lang

Pröhl schätzt das nun entdeckte Tier sehr alt ein. „Anders als beim Menschen wachsen Amphibien ihr gesamtes Leben und werden immer größer. Diese Kröte hatte vermutlich einfach Glück, dass sie so lange überlebt hat“, sagt Pröhl und schätzt das Alter des Tieres auf etwa 20 Jahre. In freier Wildbahn können Aga-Kröten in der Regel zwischen zehn und 15 Jahre alt werden. „Durch ihr Gift sind sie gut geschützt und können deshalb auch mal älter werden.“ Gehaltene Exemplare werden bis zu 20 Jahre alt.

Pröhl, die in Hannover unter anderem an Pfeilgiftfröschen, Gelbbauchunken und einheimischen Fröschen forscht, glaubt nicht an eine genetische Besonderheit oder eine Mutation. Um Details herauszufinden, müsste das Tier näher untersucht werden.

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Aga-Kröten sondern ein giftiges Sekret ab.

Aga-Kröten sondern ein giftiges Sekret ab.

Aga-Kröten wurden zur Plage in Australien

Die giftigen Aga-Kröten stammen ursprünglich aus Südamerika. 1935 wurden sie in Australien eingeführt – ursprünglich mit der Idee, sie als Schädlingsbekämpfer in den Zuckerrohrplantagen zu nutzen. Aber das Projekt ging gewaltig nach hinten los: Die Kröten vermehrten sich so massiv, dass sie heute als Pest gelten. Zudem fressen sie fast alles, von Insekten, Mäusen und anderen Aga-Kröten bis hin zu Haushaltsabfällen. Da viele australische Tiere keine Giftresistenz gegen die Kröten haben, sind manche Säugetiere, Schlangen und Reptilien wegen der Invasion stark bedroht.

Mit dpa-Material

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