Tausende Menschen gestorben

Russlands Krieg in der Ukraine: Was über die Opferzahlen bekannt ist

Rauch steigt am Sonntagmorgen über dem Teil der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf, der am rechten Ufer des Dnipro liegt.

Kiew. Im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist die Situation vielerorts unübersichtlich und die Lage ändert sich schnell. Schwer einzuschätzen ist auch die konkrete Zahl von Todesopfern. Zwar gibt es von verschiedenen Seiten Angaben zu Toten und Verletzten, unabhängig überprüfen lassen sich die Aussagen aber nicht. Ein Überblick darüber, was die verschiedenen Stellen behaupten.

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Opfer in der ukrainischen Armee

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Samstag (12. März) vor internationalen Journalisten, dass bislang 1300 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Die ukrainische Armee hatte sich bislang bei Angaben zu Verlusten in den eigenen Reihen bedeckt gehalten und lediglich die Zahl angeblich getöteter russischer Soldaten genannt.
  • Hochrangige Mitarbeiter des Pentagon schätzten die Zahl der Opfer in der ukrainischen Armee am Montag (28. Februar) auf rund 1500, berichtete die „New York Times“.
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Opfer in der russischen Armee

  • Nach Angaben des ukrainischen Militärs (13. April) wurden bisher 739 russische Panzer sowie 1964 weitere gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Außerdem wurden etwa 158 Kampfflugzeuge und 143 Hubschrauber vernichtet. Die russische Armee habe etwa 19.800 Soldaten verloren (13. April). Auch in westlichen Geheimdienstkreisen ist die Rede von erheblichen russischen Verlusten.
  • Russland nannte bis jetzt nur einmal am 2. März offizielle Zahlen von Opfern. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden bisher 498 russische Soldaten getötet. Zudem seien 1597 Soldaten verletzt worden. Zuvor hatte Russland am Sonntag (28. Februar) zum ersten Mal eigene Opfer seit Beginn des Krieges eingeräumt. „Leider gibt es unter unseren Kameraden Tote und Verletzte“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Agentur Tass. Zahlen nannte Konaschenkow jedoch nicht.
  • Die USA wiederum geben ganz andere Verlustzahlen an. Nach Einschätzung des Direktors des militärischen Nachrichtendienstes DIA, Generalleutnant Scott Berrier, könnten bislang zwischen 2000 und 4000 russische Soldaten in dem Konflikt getötet worden sein (Stand 9. März). Das sei aber nur eine vage Schätzung, sagte er.

Opfer in der ukrainischen Zivilbevölkerung

  • Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat seit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar den Tod von 953 Zivilpersonen in der Ukraine dokumentiert. Unter ihnen waren 78 Kinder und Jugendliche, wie das Büro am Dienstag (22. März) mitteilte. Am Sonntag waren es noch 902 Zivilisten. Dem Büro lagen zudem verifizierte Informationen über 1557 Verletzte vor.
  • Nach Angaben aus der Ukraine liegt die Zahl der getöteten Zivilisten deutlich höher - auch bei der Zahl der getöteten Kinder. Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit (21. März), dass seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine mindestens 115 Kinder getötet worden sind. Zudem seien bisher mehr als 140 Kinder verletzt worden.
  • In der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind ukrainischen Angaben zufolge bisher weit mehr als 2000 Zivilisten getötet worden. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar seien 2357 Menschen ums Leben gekommen, teilte der Stadtrat (15. März) mit. In Charkiw wurden nach Behördenangaben insgesamt 266 Zivilisten getötet (20. März).
  • Angaben des UN-Nothilfebüros (OCHA) zufolge hätten Hunderttausende Menschen zudem durch Kriegsschäden keinen Zugang mehr zu Strom oder Wasser.
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Flucht aus der Ukraine

  • Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind seit dem 24. Februar infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine mehr als 3,4 Millionen Menschen geflüchtet, die meisten ins Nachbarland Polen (Stand: 20. März).
  • In Deutschland sind inzwischen mehr als 225.000 Flüchtende aus der Ukraine registriert (Stand 21. März). Die tatsächliche Zahl dürfte aber deutlich höher sein, weil es im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer zudem ohne Visum einreisen dürfen. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten womöglich von Deutschland aus weiterreisen zu Freunden oder Verwandten in anderen Staaten.

RND/seb/alx/hsc/al/jst/dpa/jw/AP/sf/hyd

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