Verhaftung in sozialen Medien gefordert

Türkischer Popsängerin Gülsen drohen drei Jahre Haft wegen Scherz über Religionsschulen

Die türkische Popsängerin Gülsen während eines Konzerts.

Die türkische Popsängerin Gülsen während eines Konzerts.

Der populären türkischen Popsängerin Gülsen Bayraktar drohen wegen eines Witzes über Religionsschulen bis zu drei Jahre Haft. In der Klageschrift, die am Freitag veröffentlicht wurde, hieß es, die 46-Jährige habe mit ihrer Bemerkung während eines Auftritts zu Hass und Feindseligkeit aufgestachelt. Bayraktar, die unter dem Namen Gülsen auftritt, kam in der vergangenen Woche in Untersuchungshaft, wurde aber vier Tage später in den Hausarrest entlassen.

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In der 48-seitigen Klageschrift wurden mehr als 700 Beschwerdeführer genannt, darunter Einzelpersonen, eine regierungsnahe Frauenrechtsorganisation und der Verband der Religionsschulen. Das türkische Strafgesetzbuch stellt die Aufstachelung zu Hass und Feindseligkeit gegen gesellschaftliche Gruppen aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit oder Religion unter Strafe. Wird die öffentliche Sicherheit bedroht, ist eine Gefängnisstrafe vorgeschrieben.

Die Vorwürfe gehen zurück auf eine Bemerkung der Sängerin während eines Konzerts im April, als sie erklärte, die „Perversion“ eines ihrer Musiker habe ihren Ursprung darin, dass er auf eine Religionsschule gegangen sei. Eine Videoaufnahme der Äußerung kursierte in den sozialen Medien, wo zu ihrer Verhaftung aufgerufen wurde. Gülsen sagte bei der Polizei aus, sie habe nie Schüler an Religionsschulen beleidigen wollen, wie aus der Klageschrift hervorging.

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Ein Gericht muss die Anklage zulassen, bevor der Prozess beginnen kann. Ein Antrag ihres Anwalts, sie aus dem Hausarrest zu entlassen, wurde abgelehnt.

RND/AP

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