Bund will sich mehr als 400 Milliarden von Investoren leihen

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)

Berlin. Der Bund will sich 2022 das dritte Jahr in Folge mehr als 400 Milliarden Euro von Investoren leihen. 410 Milliarden Euro sollen durch die Auktionen von Bundeswertpapieren in die Kassen von Finanzminister Christian Lindner (FDP) gespült werden, wie die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur am Donnerstag mitteilte.

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Weitere Milliarden könnten noch durch Papiere zusammenkommen, die nicht versteigert werden, sondern mit vier Syndikatsverfahren mithilfe von Banken platziert werden. Hier steht das Volumen noch nicht fest.

Wegen der hohen Corona-Kosten hat sich der Bund im zu Ende gehenden Jahr die Rekordsumme von rund 483 Milliarden Euro am Finanzmarkt geliehen. Das ist noch einmal rund ein Fünftel mehr als im alten Rekordjahr 2020, als gut 406 Milliarden Euro aufgenommen wurden. Im nächsten Jahr muss sich die Finanzagentur vor allem deshalb so viel Geld leihen, weil Altschulden in Höhe von 322 Milliarden Euro getilgt werden müssen.

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„Green Bonds“ ausbauen

Ausbauen will die Finanzagentur den Bereich grüne Anleihen. 2020 hatte der Bund erstmals einen „Green Bond“ an den Markt gebracht und dieses Segment im zu Ende gehenden Jahr ausgebaut. In diesem Jahr könnten erneut etwa 12,5 Milliarden Euro mit grünen Bundeswertpapieren erlöst werden. Mit dem Geld sollen unter anderem nachhaltige Verkehrssysteme gefördert und CO₂-Emissionen von Fahrzeugen reduziert werden.

Der Bund steht bei Investoren hoch im Kurs, da seine Bonität von allen großen Ratingagenturen mit der Bestnote „AAA“ bewertet wird und die Rückzahlung damit als sehr sicher gilt. Zudem gibt es einen riesigen Markt für den Handel mit diesen Papieren, weshalb Bundeswertpapiere für Pensionsfonds, Vermögensverwalter und andere Anleger nahezu Bargeldstatus genießen. Zudem tritt die Europäische Zentralbank (EZB) in großem Stil als Käufer von Bundeswertpapieren auf. Dadurch steigt die Nachfrage, was wiederum die Renditen drückt.

RND/dpa

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