Erdogan gibt im Ukraine-Konflikt den Friedensstifter

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (links) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi am Donnerstag bei ihrem Treffen in Kiew.

Berlin. Während Deutschland noch verdruckst diskutiert, ob man Altkanzlerin Angela Merkel reaktivieren soll, um im Russland-Ukraine-Konflikt zu vermitteln, bringt sich jemand als Friedensstifter in Position, der von seinem Auftreten her gut zu Russlands Präsident Wladimir Putin passt.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bietet sich als Vermittler an und wirft dem Westen nebenbei mangelnde Führung vor. Nach seinem Besuch am Donnerstag in Kiew sagte Erdogan, früher sei Merkel gekommen mit dem Schlüssel zur Lösung des Problems. So eine Führungsfigur gebe es im Moment nicht. Tatsächlich sieht Erdogan sich offenbar nun selbst in dieser Rolle und wird aktiv.

Dabei laviert der Türke geschickt zwischen Russland und der Ukraine hin und her. Einerseits hat er 2014 die russische Annexion der Krim verurteilt, anderseits das russische Raketen­abwehrsystem S-400 eingekauft und damit für massive Verstimmung in der Nato gesorgt. Die Türken schossen 2015 einen russischen Kampfjet ab, wofür Erdogan später in Moskau zu Kreuze kroch. Und die Türkei bezieht 50 Prozent ihres Erdgases aus Russland.

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Ankara greift wiederum Kiew inzwischen mit Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar unter die Arme, die schon im Donbass eingesetzt wurden und künftig auch in der Ukraine hergestellt werden sollen. Eine Vereinbarung dazu unterzeichnete Erdogan jetzt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi.

Zwar gibt es bislang zu einem von Erdogan geplanten russisch-ukrainischen Gipfel auf türkischem Boden noch keine Zusagen, aber Putin hat zumindest eine Visite in Ankara in Aussicht gestellt. So schiebt sich mit Erdogan ein Politiker nach vorn, der mehr eigene Interessen verfolgt, als dem Westen lieb sein kann. Bleibt die Frage, wann Deutschland mit Bundeskanzler Olaf Scholz aus der Deckung kommt?

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