Nach Lieferung von Kalaschnikows und Raketenwerfern

Griechenland zieht die Reißleine: Keine weiteren Waffen mehr für die Ukraine

Das griechische Kabinett im Parlament in Athen (Symbolfoto).

Das griechische Kabinett im Parlament in Athen (Symbolfoto).

Griechenland will keine weiteren Waffen mehr an die Ukraine liefern. Das teilte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos bei einer Parlamentsdebatte am Mittwoch mit. „Die Ausrüstung, die wir in die Ukraine geschickt haben, stammt aus unseren Beständen. Es wird nicht in Betracht gezogen, mehr zu schicken“, zitiert ihn das Nachrichtenportal „Euractiv“. Zuvor hat die griechische Regierung Kalaschnikows und Raketenwerfer in die Ukraine geschickt.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

In der Bevölkerung kann die Regierung mit Zuspruch für den Schritt rechnen. Denn diese ist mehrheitlich sehr skeptisch gegenüber Waffenlieferungen an die Ukraine eingestellt. Laut einer Umfrage sind 65 Prozent der Griechen der Meinung, ihr Land sollte in dem Krieg neutral bleiben. 39 Prozent wollen, dass Griechenland sich nicht an den EU-Sanktionen gegen Russland beteiligt.

Über ein Drittel zeigt „Verständnis“ für die russische Invasion. In Griechenland fühlen sich viele Menschen mit Russland verbunden. Das lässt sich unter anderem mit den Erfahrungen der Finanzkrise und der gemeinsamen orthodoxen Religion erklären.

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Johnson trifft Selenskyj in Kiew – neue Waffenlieferungen angekündigt

Der britische Premierminister Boris Johnson ist unangekündigt nach Kiew gereist und hat dort den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen.

Verteidigungsminister: Kein guter Zeitpunkt, um über Streit mit Türkei zu reden

Zum Konflikt mit dem Nachbarland Türkei sagte Verteidigungsminister Panagiotopoulos: „Dies ist nicht der beste Zeitpunkt, um in der Nato gegen die Türkei zu sprechen, weil die Verbündeten sicherstellen wollen, dass die Türkei in der Nato bleibt.“

Die türkische Regierung spricht Griechenland die Souveränitätsrechte für einige Inseln in der Ägäis ab und lässt immer wieder Kampfjets über griechisches Staatsgebiet fliegen. In dieser Woche kam es erneut zu einem Zwischenfall. Zwei türkische Kampfbomber überflogen mehrere bewohnte Inseln. Die griechische Luftwaffe hätte die Flieger abgefangen, hieß es in einem Bericht des Staatsrundfunks ERT.

Eigentlich Besserung der Beziehungen vereinbart

Bereits am 23. März hatten türkische Kampfbomber bewohnte griechische Inseln überflogen. In den ersten drei Monaten des Jahres habe es insgesamt 30 solcher Verstöße gegeben, heißt es beim Generalstab. Zudem seien türkische Jets in diesem Zeitraum 826-mal unerlaubt in den griechischen Luftraum eingedrungen.

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Die EU hat solche Aktionen wiederholt verurteilt. Eigentlich hatten sich die beiden Nato-Länder erst im März darauf verständigt, angesichts des Kriegs in der Ukraine ihre Beziehungen zu verbessern, um die Südostflanke der Nato nicht zusätzlich zu belasten.

RND/dpa/sf

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