Gespräch über Jewish Agency

Israels Präsident Herzog telefoniert mit Wladimir Putin

Izchak Herzog, Präsident von Israel (Archivbild)

Izchak Herzog, Präsident von Israel (Archivbild)

Tel Aviv/Moskau. Israels Präsident Izchak Herzog hat am Dienstag mit Kremlchef Wladimir Putin über die belasteten Beziehungen beider Länder gesprochen. Das Telefonat sei „offen und ehrlich“ gewesen, teilte Herzogs Büro mit. Es sei um bilaterale Themen gegangen, einschließlich der Probleme des jüdischen Volkes in der Diaspora.

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Herzog habe dabei ausführlich über die Aktivitäten der Nichtregierungsorganisation Jewish Agency gesprochen, die sich um Einwanderung nach Israel kümmert. Das russische Justizministerium will diese ungeachtet von Protesten Israels auflösen. Herzog war Vorsitzender der Jewish Agency, bevor er das Präsidentenamt übernahm.

„Die beiden Präsidenten haben die wichtigen Bereiche der Zusammenarbeit zwischen Israel und Russland betont, und vereinbart, in Kontakt zu bleiben“, teilte Herzogs Büro mit. Putin habe seine persönliche Verpflichtung gegenüber des Holocaust-Gedenkens und Kampfes gegen Antisemitismus betont.

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Kontakte sollen fortgesetzt werden

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass beim Telefonat der Umgang mit der Jewish Agency zur Sprache gekommen sei. Beide Seiten hätten vereinbart, dass die „Kontakte dazu entlang der dafür verantwortlichen Behörden beider Länder fortgesetzt werden“, sagte er.

Die Klage des russischen Justizministeriums gegen die Nichtregierungsorganisation soll am 19. August verhandelt werden. Russland hatte der Jewish Agency vorgeworfen, gegen die Gesetze des Landes zu verstoßen. Medien zufolge wird ihr vorgeworfen, unrechtmäßig personenbezogene Daten von russischen Bürgern zu sammeln. Peskow wies Berichte zurück, wonach durch die Auflösung der Organisation der Weggang kluger Köpfe verhindert werden solle. Seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verlassen viele Menschen, die die Möglichkeit haben, das Land.

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Weil viele Russen jüdische Wurzeln haben, nutzen sie das Angebot, einen israelischen Pass zu erhalten und auszureisen. Bislang verließen in diesem Jahr nach Angaben des israelischen Integrationsministeriums knapp 17.000 Menschen Russland in Richtung Israel - mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

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In Israel wird vermutet, dass Russland mit dem Verbot der Organisation das Land für dessen Haltung im Ukraine-Krieg abstrafen will. Die israelische Regierung hatte den Angriff Russlands auf das Nachbarland verurteilt und seine Solidarität mit der Ukraine erklärt.

RND/dpa

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