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Kommt das Ende des Zölibats? Synodalversammlung legt Handlungstext vor

Teilnehmer sprechen zu Beginn der Dritten Synodalversammlung der deutschen Katholiken miteinander.

Frankfurt/Main. Eine Diskussion über die priesterliche Ehelosigkeit, den Zölibat, hat am Freitag die Diskussion der Synodalversammlung der katholischen Kirche bestimmt. Die Delegierten in Frankfurt/Main, die am Ende Beschlüsse für den Reformprozess der Kirche fassen sollen, nahmen sich damit einer der umstrittensten Fragen an. In dem zur Diskussion gestellten Handlungstext wurde der Wert der priesterlichen Ehelosigkeit bekräftigt, ein Pflichtzölibat hingegen abgelehnt. „Pro Ehelosigkeit und pro Freiheit“, fasste die Ordensschwester Katharina Kluitmann das Ziel zusammen und verwies auf die katholischen Ostkirchen, in denen es verheiratete Priester gibt.

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Eine Abschaffung des Pflichtzölibats sei schon lange überfällig, betonte ein Delegierter der katholischen Jugendverbände, während ein anderer kritisierte, der Zölibat werde in dem Text zu sehr idealisiert. Über den Text muss abschließend noch in zweiter Lesung auf einer der folgenden Synodalversammlungen entschieden werden.

Abschreckende Wirkung für Nachwuchs in der Kirche

Der Hamburger Bischof Stefan Heße verwies auf die abschreckende Wirkung des Zölibats: „Ich habe in meiner Diözese derzeit keinen einzigen Seminaristen.“ Seminaristen sind Priester in der Ausbildung. Er wisse nicht, wie künftig Pfarrerstellen in den Gemeinden zu besetzen seien. Auch der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck unterstrich die „dramatische Situation“ in vielen Bistümern, in denen es schon bald keine jungen Priester mehr geben werde.

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Auch in den Gemeinden werde der Zölibat vielfach in Frage gestellt, hieß es in der Diskussion. Abgelehnt werde eine „Doppelmoral“, wenn heimliche Beziehungen von Priestern nicht offen gelebt werden dürften. Der Zwang zur Ehelosigkeit versetze Menschen „in Verzweiflung und Depression“, hieß es in der Diskussion.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte bereits am Vortag in einer Pressekonferenz zum Auftakt der Synodalversammlung gesagt, er fände es ebenso wie der Münchner Kardinal Reinhard Marx gut, wenn Priester heiraten dürften. Er sei nicht gegen den Zölibat. Er sei aber dafür, dass es den Priestern freigestellt werde, ob sie ehelos leben wollten.

RND/dpa

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