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Journalismus im Kriegsgebiet

„Kyiv Independent“: Die Redaktion, die die Welt über Putins Krieg informiert

Ein ukrainischer Soldat geht mit seiner Waffe in der Hand vor einer Militäreinrichtung. Russische Truppen haben den erwarteten Angriff auf die Ukraine gestartet und drangen in die Hauptstadt vor.

Berlin. Bis vor wenigen Tagen begannen die täglichen Newsletter des Kiewer Nachrichtenportals „The Kyiv Independent“ noch mit der Corona-Lage in der Ukraine. Mittlerweile haben sie nur noch ein Thema: den russischen Angriffskrieg gegen das Land. In den Sozialen Medien sind die Journalistinnen und Journalisten der englischsprachigen Onlinezeitung in den vergangenen Tagen zu einer international viel beachteten Stimme geworden.

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+++ Verfolgen sie alle News im Liveblog +++

Rund um die Uhr berichtet „Kyiv Independent“ über das Vorgehen des russischen Militärs, über Bombardements und Schusswechsel und die offiziellen Mitteilungen der ukrainischen Regierung. „Russische Streitkräfte feuern auf einen Bus, töten fünf und verletzen sechs im Oblast Charkiw“, lautet eine der vielen Meldungen, die sie am Samstag verschicken.

„Kyiv Independent“ : Die ganze Welt liest mit

„Die Staatsbahn gab bekannt, dass alle Eisenbahnschienen von Russland in die Ukraine von ukrainischen Streitkräften gesprengt wurden“, lautet eine andere. Auf einmal sind sie alle Kriegsberichterstatter. Und auf einmal werden ihre Meldungen und Berichte von unzähligen Menschen auf der ganzen Welt gelesen.

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Mehr als eine halbe Million Menschen folgen dem Portal bei Twitter. Dabei ist der „Kyiv Independent“ ein sehr junges Medium, das eigentlich noch mitten in seiner Gründungsphase steckte, als Russland seinen Angriffskrieg auf die Ukraine startete.

Schluss nach 26 Jahren

Das Redaktionsteam besteht aus ehemaligen Mitarbeitern der 2021 eingestellten englischsprachigen Wochenzeitung „Kyiv Post“. Das international renommierte Blatt erschien 26 Jahre lang. Sein letzter Besitzer, der syrischstämmige Multimillionär Adnan Kivan, stellte die Zeitung im vergangenen November jedoch ein und entließ die gesamte Belegschaft. Voraus ging dem drastischen Schritt ein Streit mit der Redaktion: Kivan hatte ohne das Wissen seiner Mitarbeiter damit angefangen, eine neue, ukrainischsprachige Redaktion aufzubauen.

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Im Zentrum des Konflikts stand auch die Frage, wie viel Einfluss ein Verleger auf die Arbeit seiner Redaktion nehmen darf. Die „Kyiv Post“, so heißt es, äußerte dem Besitzer zu deutliche Regierungskritik.

Große Teile dieser Redaktion machen nun ohne derartige Beeinflussungen als „Kyiv Independent“ weiter, ihr Medium trägt die Unabhängigkeit schon im Namen. Finanziert wird das Projekt durch Abonnements und Spenden der Leserinnen und Leser. Bei einer Crowdfunding-Kampagne waren bis Samstag mehr als 430.000 Euro für die Arbeit der Redaktion zusammengekommen.

Einer der Spender schreibt: „Wahrheit durch Journalismus ist eine mächtige Kraft – insbesondere im Angesicht bewaffneter Aggression.“

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