Glaubwürdig „auch ohne „ordentlichen, militärischen Haarschnitt“

Laschet gegen Söder: Hofreiters Haare spalten die Union

Wir haben die OZ-Leserschaft gefragt, ob sie sich Armin Laschet oder Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union wünschen.

Ziemlich beste Feinde: Armin Laschet und Markus Söder.

Hannover/Berlin. Eine neue Geschlossenheit hatten CDU und CSU auf dem Parteitag am Wochenende in Hannover beschworen – doch schon kurz darauf wurde auf Twitter wieder gegeneinander gestichelt. Der Grund: ausgerechnet die Langhaar-Frisur von Grünen-Politiker Anton Hofreiter. CSU-Chef Markus Söder hatte in seiner Rede auf dem Treffen gewitzelt, er halte Hofreiters Bekenntnis zur Bundeswehr erst dann für glaubwürdig, wenn der sich einen „ordentlichen, militärischen Haarschnitt“ zulege.

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Prompt konterte Armin Laschet, Ex-Kanzlerkandidat der Union und heute einfacher CDU-Bundestagsabgeordneter, auf Twitter: „Wir erleben einen schrecklichen Krieg in Europa. Zeitenwende heißt Gemeinsamkeiten zu suchen über Parteigrenzen hinweg. Wenn @ToniHofreiter die Regierung kritisiert und sich für die Ukraine einsetzt, nehme ich ihm das ab, auch ohne „ordentlichen, militärischen Haarschnitt“.“ Pikant dabei der Hashtag: #stil.

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Hofreiter selbst hat in knappen Worten auf die Sticheleien reagiert. Am Sonntag sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Ich denke, Herr Laschet hat alles dazu gesagt, was sinnvoll ist.“

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Nicht wenige in der CDU geben Söder wegen dessen anhaltender Sticheleien gegen Laschet im Wahlkampf 2021 eine Mitverantwortung am Scheitern der Union bei der Bundestagswahl. Zuvor hatten sich die Beiden ein enges Rennen um die Unions-Spitzenkandidatur geliefert – das Laschet am Ende für sich entschied.

Auf dem CDU-Parteitag in Hannover war Söder hingegen am Samstag ein umjubelter Gast. Nicht zuletzt wegen der Sticheleien gegen Hofreiter und die Ampel-Koalition als Ganzes jubelten ihm die Delegierten zu.

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Söder spottet auf Parteitag über Bundeskanzler Scholz

Der bayerische Ministerpräsident nutzte seine knapp einstündige Rede, um der Ampelkoalition in Berlin die Leviten zu lesen. Die Regierung sei zunehmend überfordert, kritisierte er. „Man spürt geradezu die Angst und Nervosität bei der Ampel.“ Dabei spottete er: Kanzler Olaf Scholz wirke nicht mehr wie ein Schlumpf, sondern wie Gargamel, der Bösewicht in der Kinderserie.

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Söder forderte mehr militärische Unterstützung für die Ukraine, ein größeres Entlastungspaket und den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke. Wirtschafts­minister Robert Habeck (Grüne) riskiere einen Strom-Blackout. Das zentrale Ziel sollte laut Söder sein: „Warme Wohnungen, bezahlbare Energie und bezahlbares Essen.“ Söder kam auch auf die Identitätsthemen der Union zu sprechen – wie ethische Fragen zu Leben und Tod. Beim Thema Schwangerschafts­abbruch unterstellte er der Ampelkoalition, sie wolle den Kompromiss zum Paragrafen 218 aufkündigen. Für die Union versicherte er: „Wir glauben an den Schutz des Lebens aus unserem christlichen Menschenbild.“

Seine Rede überzeugte die Delegierten. Merz unterbrach den stehenden Applaus nach zwei Minuten mit seiner Antwort – schließlich sollten die Delegierten auch nicht länger für Söder als für ihn applaudieren. Merz sagte: „Wir arbeiten gut, freundschaftlich und vertrauensvoll zusammen. Wir sind dabei geschlossen wie selten zuvor.“

RND/mdg/tms/dpa

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