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„Russland hat einen Willen zur Eskalation“

Macron warnt vor Eskalation im Krieg - will Dialog mit Putin fortsetzen

24.03.2022, Belgien, Brüssel: Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich spricht während einer Pressekonferenz nach dem G7 Treffen und Nato Sondergipfel im Nato Hauptquartier. Macron warnt vor einer Eskalation im Krieg in der Ukraine.

Berlin. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vor Russlands Bereitschaft zur Eskalation gewarnt. „Angesichts der Kriegsverbrechen, die Russland begangen hat, der Art und Weise seiner Kriegsführung im Donbass und in Mariupol, der atomaren Provokationen Ende Februar muss man ganz klar sagen: Russland hat einen Willen zur Eskalation“, sagte Macron am Freitag unter anderem den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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+++ Alle aktuellen Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine in unserem Liveblog +++

Das Risiko einer Eskalation sei „sehr hoch“, sagte Macron weiter. Vor allem der Test einer russischen Interkontinentalrakete mit enormer Reichweite am Mittwoch sei „besorgniserregend“. Macron sieht demnach zwei große Eskalationsrisiken: „Die vertikale Eskalation besteht in der Änderung des Krieges – hin zur Nutzung nicht konventioneller Waffen wie Chemiewaffen oder Nuklearraketen. Die horizontale Eskalation ist die Bereitschaft von verbündeten Ländern oder anderen Mächten, in den Krieg einzugreifen.“

09.05.2010, Russland, Moskau: Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M (Nato-Code\ SS-27 Sickle B) fährt bei der Militärparade zum Tag des Sieges über den Roten Platz. Die USA sehen in den wachsenden nuklearen  Rüstungsarsenalen von Russland und China eine immer größere Gefahr.

09.05.2010, Russland, Moskau: Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M (Nato-Code\ SS-27 Sickle B) fährt bei der Militärparade zum Tag des Sieges über den Roten Platz. Die USA sehen in den wachsenden nuklearen Rüstungsarsenalen von Russland und China eine immer größere Gefahr.

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Darum gelte es, „alles zu tun, um eine Feuersbrunst zu verhindern. Der Krieg muss aufhören.“ Dabei komme auch europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Italien eine Vermittlerrolle zu. Man müsse der Ukraine aber auch finanziell und militärisch helfen.

Auf die Frage, ob Europa und auch Deutschland schwere Waffen in die Ukraine schicken sollten, sagte Macron: „Ich mische mich nicht in die Politiken anderer Länder ein.“ Man respektiere die Entscheidung Deutschlands. „Wir haben die gleiche Strategie wie Kanzler Scholz: Wir helfen den Ukrainern auf maximale Weise. Aber sind sorgsam darauf bedacht, niemals Kriegspartei zu werden.“

Macron: Gespräche mit Putin seit Berichten aus Butscha eingefroren

Trotz des heftiger werdenden Ukraine-Kriegs will Macron den Dialog mit Russlands Präsident Wladimir Putin fortsetzen.

Man muss weiter mit Putin sprechen. Aber jeder von uns hat seit den Bildern von Butscha nicht mehr zum Telefonhörer gegriffen. Wir waren alle fassungslos und niedergeschmettert.

Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs zu den Dialogen mit Wladimir Putin

Macron habe Putin aber in der Vergangenheit jedes Mal kontaktiert, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ihn dazu aufgefordert habe, auch wenn die Telefonate mit dem Kremlchef zuweilen frustrierend seien.

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„Es ist hart, wenn Sie stundenlang erleben, dass die Fakten geleugnet werden. Wenn Sie stundenlang mit Präsident Selenskyj reden oder mit Menschen, die den Schrecken des Krieges mit den ganzen Zerstörungen erlebt haben. Und ihnen sitzt dann jemand gegenüber, der alles leugnet, darüber lacht und von Inszenierungen spricht“, so Macron.

Dennoch dürfe man nicht aufgeben. „Ich will immer noch daran glauben, dass es in ihm etwas gibt, was ihn dazu treibt, dass er der Geschichte und seinem Volk etwas anderes als Chaos und Schande hinterlässt. Daran halte ich noch fest.“

Vor der Stichwahl um die Präsidentschaft in Frankreich an diesem Sonntag warnte Macron in dem Interview zudem vor seiner Herausforderin, der rechten Marine Le Pen. Ihre Wahl wäre „das Ende der Europäischen Union und das Ende der deutsch-französischen Partnerschaft.“ Stattdessen plädiere sie „für den Aufbau einer Art Allianz europäischer Nationen, die aber keine Europäische Union mehr ist, und für ein Bündnis mit Russland.“

RND/dpa

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