Kommentar

Warum die Ernährungskrise nicht gegen Ökolandbau spricht

In Landwirt erntet Bio-Möhren auf einem Feld in Niedersachsen.

In Landwirt erntet Bio-Möhren auf einem Feld in Niedersachsen.

Berlin. Der Sprung wäre enorm: Bis 2030 soll nach Plänen der Bundesregierung 30 Prozent der deutschen Landwirtschaft auf Bioproduktion umgestellt sein. Elf Prozent sind es jetzt. Es ist ein hehres und zugleich sinnvolles Ziel: Bio-Lebensmittel sind weniger mit Pestiziden belastet, ihre Produktion ist schonender für den Boden. Es ist eine langfristige Investition und die gilt auch für die Insekten: Sie haben mehr Chancen, wo extensiv angebaut wird. Und das große Krabbeln und Summen ist neben der Klimarettung überlebenswichtig.

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Wichtig ist deshalb, den auch in der EU gewünschten Umbau der Landwirtschaft mit ausreichend Geld und Planungssicherheit zu hinterlegen.

Die Gesamtrechnung zählt

Daran ändern weder die durch den Krieg gegen die Ukraine verschärfte Ernährungskrise noch die steigenden Preise etwas. Zwar ist der Ernteertrag aus Ökolandbau geringer ist als der in der konventionellen Landwirtschaft. Aber zur Gesamtrechnung gehört eben auch die Nachhaltigkeit, vornedran Arten- und Bodenschutz. Und je weniger Kunstdünger verwendet wird, umso unabhängiger ist ein Landwirt von Einbrüchen auf dem Düngermarkt.

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Dazu kommt ein weiteres: Eigentlich ist genug Fläche da, um Getreide für hungrige Mägen anzubauen. Aber allein in Deutschland werden 60 Prozent des Getreides an Tiere verfüttert, ein kleiner Anteil geht als Spritbeimischung in die Tanks. Nur ein Fünftel landet auf den Tellern. Da gibt es noch deutlich Luft nach oben.

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Und wenn sich Siedlungen nicht immer weiter ins Land hineinfressen und nicht jeder Verbraucher 78 Kilo Lebensmittel im Jahr wegwirft, ist noch einiges mehr gewonnen.

Der Ökolandbau jedenfalls verschärft die Krise nicht, er ist vielmehr Teil ihrer Lösung.

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