Spahns unerwarteter Schlag in die Magengrube

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Sitzung des Deutschen Bundestages.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Sitzung des Deutschen Bundestages.

Es ist wie ein völlig unerwarteter Schlag in die Magengrube. Seit Monaten wird in Deutschland darüber diskutiert, wie die Impfbereitschaft in der Bevölkerung gehoben werden kann und die Booster-Impfungen möglichst rasch in die Arme gebracht werden können. Und dann schaffen es Bund und Länder in den vergangenen Tagen sogar, durch neue Beschränkungen den Druck auf Ungeimpfte so zu erhöhen, dass die Impfzahlen nach oben gehen.

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Aber was macht der geschäftsführende Gesundheitsminister? Jens Spahn kündigt mal eben an, die Auslieferung des Vakzins von Biontech/Pfizer, das hierzulande mit Abstand am meisten nachgefragt wird, zu deckeln – obwohl eigentlich ausreichend Impfstoff da ist. Geht‘s noch? Offizielle Begründung: Durch die künstliche Verknappung von Biontech soll der Verbrauch des Moderna-Impfstoffs angekurbelt werden, weil ansonsten Anfang 2022 Dosen dieses Vakzins zu verfallen drohen.

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Impfen ist auch Frage des Gefühls

Kein Frage, beide Impfstoffe sind hochwirksam. Es ist also egal, womit sich die Menschen impfen lassen. Aber Impfen ist bei vielen Menschen eben auch eine Frage des Gefühls. Und da wird ganz offensichtlich einem deutschen Hersteller mit inländischen Produktionsstätten und sympathischen Firmenchefs, die immer wieder in den Medien zu sehen sind, der Vorzug gegeben.

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Nun besteht jedoch die Gefahr, dass durch die Begrenzung Enttäuschungen provoziert werden und die Menschen doch wieder davon abgehalten werden, sich impfen zu lassen. Deshalb muss die Deckelung umgehend wieder rückgängig gemacht werden.

Klar ist allerdings auch, dass angesichts der andauernden Impfstoffknappheit in den Entwicklungsländern verhindert werden muss, dass Moderna-Dosen auf dem Müll landen. Doch warum hat das Ministerium in den vergangenen Wochen diesen Impfstoff gehortet und ausschließlich Biontech an die Impfinitiative Covax abgegeben? Fragen, die Noch-Gesundheitsminister Spahn nun dringend beantworten muss.

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