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Kiew gerät in Blickpunkt

Überblick der Kämpfe: Wo Russlands Truppen auf dem Vormarsch sind

Rauch von Granatenbeschuss steigt zwischen Bäumen in Wassylkiw auf.

Der russische Krieg gegen die Ukraine geht weiter. Russlands Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe auf „breiter Front“ in der Ukraine fort.

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Teilweise lassen sich die Informationen über die Kämpfe nicht unabhängig bestätigen. An diesen Stellen im Land wird über die russische Offensive berichtet.

Umgebung der Hauptstadt Kiew

In der Nähe von Kiew sind offenbar neue Kämpfe ausgebrochen. Die Hauptstadt gerät wohl wieder stärker in den Blickpunkt des russischen Militärs.

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Eine große russische Militärkolonne hat sich nach britischen Geheimdienstinformationen nördlich von Kiew teilweise zerstreut. Dies dürfte wahrscheinlich einen russischen Versuch unterstützen, die ukrainische Hauptstadt einzukreisen, teilte das britische Verteidigungsministerium am Samstag auf Twitter mit. Es könne sich auch um einen russischen Versuch handeln, die eigene Anfälligkeit für ukrainische Gegenangriffe zu verringern. Diese hätten bei den Russen bereits einen erheblichen Tribut gefordert.

Nahe Kiew: Ukrainische Soldaten auf dem Weg ins Gefecht

Journalisten haben eine Einheit in der Nähe von Kiew begleitet und wurden dabei in ein Feuergefecht verwickelt.

Die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC berichtete, dass die russischen Streitkräfte aus dem Nordwesten und Nordosten unter ukrainischen Beschuss geraten würden. Dafür nutze das ukrainische Militär Infanterie mit vom Westen gelieferten Panzerabwehrwaffen und Drohnen.

+++ Alle News zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Während die Gefechte nordwestlich von Kiew weitergingen, befinde sich der Großteil der russischen Bodentruppen nun rund 25 Kilometer vom Zentrum der Dreimillionenstadt entfernt, teilte das britische Verteidigungsministerium weiter mit.

Bereits in der Nacht zu Samstag meldete der ukrainische Generalstab Angriffe in der Nähe der Hauptstadt. Rund um Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, teilte er mit. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teilweise erfolgreich.

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In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens dreimal Flugalarm ausgelöst. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Samstagmorgen „minutenlanger“ Beschuss zu hören.

Neue Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar sollen die russische Offensive bei Kiew belegen. Sie schienen den Beschuss von Wohngebieten in der Ortschaft Moschun zu zeigen. Zu sehen waren am frühen Samstagmorgen Mündungsfeuer, Rauch, Einschläge und brennende Häuser.

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte multispektrale Satellitenbild soll zerstörte Häuser, Einschlagskrater und Brände in der Stadt Moschun, Ukraine, zeigen

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte multispektrale Satellitenbild soll zerstörte Häuser, Einschlagskrater und Brände in der Stadt Moschun, Ukraine, zeigen

Ukrainischen Behörden zufolge wurden in der Nacht zum Samstag in Wassylkiw, südlich von Kiew, beim Angriff auf einen Militärflughafen auch ein Munitionsdepot und ein Treibstofflager getroffen. Das Flugfeld sei mit acht Raketen komplett zerstört worden. Über den Angriff auf Wassylkiw hatte die russische Seite am Samstagmorgen ebenfalls informiert.

Angegriffen wurde auch der Militärflugplatz Kanatowo in der Nähe der zentralukrainischen Stadt Kropywnyzkyj. Über Opfer wurde nichts bekannt gegeben. Die ukrainische Seite warf Russland den Beschuss einer Krebsklinik in Mykolajiw vor, einer rund 470 Kilometer südlich von Kiew gelegenen Stadt, die russische Truppen zu umzingeln versuchen. Getötet worden sei bei dem Angriff auf das Krankenhaus niemand, sagte Chefarzt Maxim Besnosenko. Das Gebäude sei jedoch beschädigt worden.

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Hafenstadt Mariupol

Die russischen Streitkräfte bringen offenbar den Krieg tiefer in die ukrainischen Städte. Aus der 400.000-Einwohner-Stadt Mariupol werden Hilferufe dramatischer. Die Städte Charkiw, Tschernihiw, Sumy und Mariupol bleiben laut britischem Verteidigungsministerium eingekreist, während sie weiter unter schwerem russischen Beschuss litten.

Die prorussischen Separatisten setzen mit Unterstützung russischer Truppen ihren Vormarsch in Mariupol nach Angaben aus Kiew fort. Der Feind habe östlich gelegene Randbezirke erobert, teilte das ukrainische Militär am Samstag mit. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bereits die Einnahme mehrerer Stadtteile gemeldet.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung hat das russische Militär eine Moschee in der Stadt Mariupol beschossen, in der mehr als 80 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Eine am Samstag veröffentlichte Regierungserklärung enthielt keine unmittelbaren Berichte über Verletzte.

Die ukrainische Botschaft in der Türkei hatte zuvor berichtet, dass eine Gruppe von 86 türkischen Staatsangehörigen, darunter 34 Kinder, unter denjenigen waren, die vor einem laufenden russischen Angriff auf die eingekesselte Hafenstadt Schutz suchten. Eine Botschaftssprecherin berief sich auf Informationen des Bürgermeisters der Stadt. Sie wies darauf hin, dass es schwierig sei, mit jemandem in Mariupol zu kommunizieren.

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Zur Rettung von Zivilistinnen und Zivilisten aus umkämpften ukrainischen Städten sind nach Angaben aus Kiew am Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant gewesen. Aus Saporischschja habe sich erneut ein Konvoi mit Hilfsgütern und Bussen auf den Weg in die belagerte Hafenstadt Mariupol gemacht, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk.

Es ist der fünfte Versuch, die Stadt am Asowschen Meer zu erreichen. Bisher kamen die vereinbarten Korridore nie zustande. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern. Die prorussischen Separatisten brachten nach eigenen Angaben seit Freitagmorgen 217 Zivilisten aus Mariupol in Sicherheit.

Luhansk und Donezk

Ukrainischen Angaben zufolge sind mittlerweile 70 Prozent des Gebietes Luhansk im Osten des Landes von russischen Truppen besetzt. Das teilte der Leiter der Regionalverwaltung des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, in der Nacht zu Samstag auf Facebook mit. Jene Orte, die noch unter der Kontrolle Kiews stünden, seien dauerndem Beschuss ausgesetzt. Es gebe Dutzende verletze und getötete Zivilistinnen und Zivilisten. Gleichzeitig kämen keine Fluchtkorridore für Menschen aus der Region zustande. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Luhansk ist eines der beiden Gebiete, das von prorussischen Separatisten für ihre selbst ernannten Volksrepubliken beansprucht wird. Die Separatisten erheben Anspruch auf das gesamte Territorium der Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk, das sie vor dem russischen Einmarsch Ende Februar nur etwa zu einem Drittel kontrollierten.

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Russischen Angaben zufolge nahmen die eigenen Truppen und Separatisten aus Luhansk und Donezk erneut zahlreiche Ortschaften im Osten der Ukraine ein. Einheiten der Donezker „Volksmiliz“ seien weitere neun Kilometer vorgedrungen, die russischen Streitkräfte insgesamt 21 Kilometer und die Gruppierungen der „Volksrepublik Luhansk“ sechs Kilometer. Überprüfbar waren die russischen Militärangaben nicht.

Auch im Westen werden Angriffe gemeldet

Auch Ziele in Westukraine wurden von der russischen Luftwaffe nach Angaben aus Kiew angegriffen. Mindestens sechs Langstreckenbomber des Typs Tupolew Tu-95 hätten Luft-Boden-Raketen gegen Ziele in Luzk und Iwano-Frankiwsk eingesetzt. Das russische Militär hatte den Beschuss der militärischen Ziele nahe der beiden Orte am Freitag gemeldet.

Medienberichten vom Samstag zufolge wurde in Luzk eine Fabrik zur Reparatur von Triebwerken von Kampfflugzeugen getroffen. Auch die zentralukrainische Stadt Dnipro, die früher Dnjepropetrowsk hieß, sei angegriffen worden.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, sie habe mit Kampfjets der Typen MiG-29 und Su-27 etwa zehn Angriffe unter anderem auf feindliche Flugzeuge geflogen. Die Angaben lassen sich nur schwer überprüfen.

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RND/af mit Material von dpa und AP

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