Russischer Geheimdienst dahinter vermutet

Ukraine meldet neue Cyberangriffe auf Strom-Infrastruktur

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist ein Binärcode zu sehen. (Symbolbild)

Jena. Die ukrainische Strom-Infrastruktur ist nach Erkenntnissen von Experten Ziel neuer Cyberangriffe aus Russland. Speziell werde versucht, Umspannwerke lahmzulegen, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Eset am Dienstag. Die Eset-Forscher entdeckten gemeinsam mit ukrainischen Behörden eine neue Version der Schadsoftware „Industroyer“, die bereits 2016 von der Hacker-Gruppe „Sandworm“ eingesetzt worden war. Bei „Sandworm“ gehen westliche IT-Experten und Geheimdienste von einer Verbindung zum russischen Militärgeheimdienst GRU aus.

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Ein geplanter Cyberangriff von Hackern des russischen Militärgeheimdienstes auf das Stromnetz der Ukraine ist nach Angaben aus Kiew sogar bereits vereitelt worden. Die für Computer zuständige Eingreiftruppe habe verhindert, dass Umspannwerke wie vom militärischen Nachrichtendienst GRU geplant am vergangenen Freitag vom Netz gingen, hieß es. Der Staatsdienst für Sonderkommunikation teilte auf seiner Website mit, es seien Schadprogramme entdeckt worden, die dazu geeignet seien, Daten auf Computern zu zerstören.

Wie genau der Cyberangriff abgewehrt wurde und wie umfangreich er ausgefallen wäre, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die Computerbereitschaft der Ukraine dankte allerdings in einer separaten Erklärung Microsoft und der Cybersicherheitsfirma Eset.

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Ukraine war bereits Opfer einer Cyberattacke auf das Stromnetz

Russische Cyberangriffe auf ukrainische Infrastruktur sind hinter dem zurückgeblieben, was Experten vor dem Krieg erwartet hatten. Die Ukraine macht Russland aber für das Abschalten einer wichtigen Verbindung zu einem Kommunikationssatelliten in den ersten Stunden des Kriegs verantwortlich. Davon waren auch Zehntausende Menschen in anderen Ländern Europas betroffen.

In der Ukraine spielte sich einer der wenigen bekannten Fälle erfolgreicher Cyber-Sabotage im Stromnetz mit einem großflächigen Ausfall im Dezember 2015 ab. Auch diese Attacke gilt als Werk russischer Hacker des GRU.

Im März entfernte die US-Bundespolizei FBI Schadsoftware der „Sandworm“-Gruppe in einer großen Aktion von infizierter Computertechnik. Damit sei ein Botnet gestoppt worden, bei dem die Rechenleistung gekaperter Geräte für Attacken genutzt worden sei.

RND/dpa/AP

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