Keine Bestätigung von russischer Seite

Ukrainische Medienberichte aus Mariupol: Russische Truppen stürmen Stahlwerk

Rauch steigt über dem Azovstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol auf (Archivbild). Russische Truppen sollen das Werk Medienberichten zufolge stürmen.

Mariupol. Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben am Dienstag mit dem Sturm auf das seit Wochen belagerte Stahlwerk Azovstal in Mariupol begonnen. Ukrainische Medien berichteten dies unter Berufung auf ukrainische Kämpfer im Werk. In der Ukraine wächst die Sorge, dass die russische Offensive insgesamt bald ausgeweitet wird. In Deutschland versprach Kanzler Olaf Scholz (SPD) der Ukraine weitere Hilfe, erteilte einer Kiew-Reise aber eine Absage. Die EU arbeitete an Plänen für ein Öl-Embargo gegen Russland.

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„Die ganze Nacht haben sie uns aus der Luft bombardiert (...) und jetzt wird Azovstal gestürmt“, zitierte etwa die Zeitung „Ukrajinska Prawda“ am Dienstag den Vizekommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar. Bei den jüngsten russischen Angriffen seien auch zwei Zivilisten getötet worden, sagte Palamar demnach.

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Evakuierung erfolgreich: Zivilisten verlassen umzingeltes Stahlwerk in Mariupol

Die Personen waren in Bussen mit ukrainischen Nummerschildern in einem Konvoi mit russischen Truppen und Fahrzeugen mit UN-Emblem abgeholt worden.

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Von russischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldete jedoch unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums, auf dem Werksgelände verschanzte Asow-Kämpfer hätten eine Feuerpause genutzt, um an ihre Schießpositionen zurückzukehren. Diese würden nun mit Artillerie und aus der Luft attackiert.

200 Zivilisten sollen noch vor Ort sein

Die südukrainische Stadt Mariupol ist weitgehend zerstört und unter russischer Kontrolle. Im Stahlwerk haben sich jedoch ukrainische Kämpfer verschanzt, zudem sollen dort noch etwa 200 Zivilisten ausharren. Am Wochenende waren zwar mit internationaler Hilfe mehr als 120 Menschen gerettet worden. Eine weitere geplante Evakuierungsaktion am Montag scheiterte jedoch. Mariupol war kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieg am 24. Februar belagert und in den vergangenen Tagen weitgehend von russischen Truppen eingenommen worden. Insgesamt sollen in Mariupol immer noch 100.000 von ursprünglich mehr als 400.000 Einwohnern sein.

RND/dpa

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