„Ausgerechnet jetzt nach Südkorea“

Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Forums kritisiert Bundespräsident Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht zu Journalisten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht zu Journalisten.

Berlin. Der Vorsitzende des Deutsch-Koreanischen Forums, der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk (CSU), hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisiert. Anlass ist die Jahrestagung des Deutsch-Koreanischen Forums, die am Donnerstag in Berlin offiziell beginnt und sich mit Steinmeiers Südkorea-Reise überschneidet. „Wir sind schon in der ersten Amtsperiode auf den Bundespräsidenten zugegangen mit der Bitte, die Teilnehmer zu empfangen“, sagte Koschyk dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Im März sind wir dann mit einer erneuten Bitte an ihn herangetreten und haben nie eine Antwort erhalten. Ich finde es sehr betrüblich, dass Herr Steinmeier dem Forum nicht die notwendige Anerkennung zollt. Denn dort engagieren sich Menschen für die deutsch-koreanischen Beziehungen.“

Koschyk: Man muss fragen, „warum der Bundespräsident ausgerechnet jetzt nach Südkorea reist“

Koschyk fügte hinzu: „Außerdem muss man fragen, warum der Bundespräsident ausgerechnet jetzt nach Südkorea reist. Denn dort herrscht wegen der zahlreichen Toten bei der zurückliegenden Massenpanik Staatstrauer. Da hätte man überlegen können, die Reise zu verschieben.“ Bei der Massenpanik waren in der Hauptstadt Seoul am Rande von Halloweenpartys über 150 Menschen ums Leben gekommen.

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Steinmeier war am Dienstag zu einem dreitägigen Besuch in der japanischen Hauptstadt Tokio eingetroffen. Anschließend will er nach Südkorea weiterreisen.

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Das Deutsch-Koreanische Forum besteht seit 2002 und fungiert als bilaterales Beratungsgremium beider Regierungen; seit zehn Jahren existiert überdies ein Juniorforum. Tagungen finden mit 50 Erwachsenen und 50 jungen Menschen aus beiden Ländern im jährlichen Wechsel in Deutschland und Südkorea statt. Tagungsort in Berlin ist der Bundestag. Die Bundesregierung ist dabei durch den Grünen-Politiker Tobias Lindner vertreten, er ist Staatsminister im Auswärtigen Amt.

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