Bollywoods „König der Tragödie“: Dilip Kumar mit 98 Jahren gestorben

Der indische Schauspieler Dilip Kumar ist tot.

Neu Delhi. Der beliebte Bollywood-Schauspieler Dilip Kumar ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Seine Familie teilte mit, Kumar sei seit längerem krank gewesen und am Mittwoch in einem Krankenhaus in Mumbai gestorben. Der Schauspieler galt als „König der Tragödie“, weil er so viele ernsthafte Rollen spielte. Er war auch bekannt als Bollywoods einziger Method-Schauspieler für seine ausdrucksstarken Darstellungen, die die Emotionen einer Figur erkennen lassen.

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„Dilip Kumar wird als eine filmische Legende in Erinnerung bleiben“, erklärte der indische Ministerpräsident Narendra Modi bei Twitter und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. „Er war mit einer unvergleichlichen Brillanz gesegnet, aufgrund derer das Publikum über Generationen hinweg begeistert war.“ Kumars Tod sei ein Verlust für die indische Kultur.

„Eine Institution ist von uns gegangen“

„Eine Institution ist von uns gegangen“, twitterte Bollywood-Superstar Amitabh Bachchan. „Wann immer die Geschichte des indischen Kinos geschrieben werden wird, wird es immer vor Dilip Kumar und nach Dilip Kumar heißen.“ Der Filmemacher Madhur Bhandarkar sprach vom Ende einer Ära.

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Kumar wurde als Muhammad Yusuf Khan 1922 in Peshawar geboren, im heutigen Pakistan. Auch dort war er bei den Kinozuschauern sehr beliebt. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan erklärte, er sei traurig, von Kumars Tod zu erfahren. „Für meine Generation war Dilip Kumar der größte und vielseitigste Schauspieler“, twitterte er.

Rolle in „Lawrence von Arabien“ abgelehnt?

Für sein Debüt im indischen Kino 1944 änderte der Schauspieler seinen Namen. Es folgte eine Karriere über sechs Jahrzehnte mit vielseitigen Rollen. Kumar spielte einen romantischen Helden in „Andaz“, einen säbelschwingenden Haudegen in „Aan“, einen dramatischen Trinker in „Devdas“, einen muslimischen Prinzen in „Mughal-e-Azam“ und einen Räuber in dem Sozialdrama „Ganga Jamuna“.

Indischen Medienberichten zufolge soll er die Rolle des Sherif Ali in David Leans „Lawrence von Arabien“ von 1962 abgelehnt haben. Der Part ging stattdessen an den ägyptischen Schauspieler Omar Sharif. Kumars letzter Film war 1998 „Qila“. Bereits 1994 erhielt er den Preis Dadasaheb Phalke, die höchste Auszeichnung für den Beitrag zum indischen Kino. Kumar war auch Mitglied des Oberhauses des indischen Parlaments.

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RND/AP/dpa

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