Hochstaplerin Anna Sorokin: So hat sie ihre ersten Tage in Freiheit verbracht

Anna Sorokins Haftstrafe gilt als abgegolten. Nun befindet sie sich wieder in Freiheit.

New York. Nach fast zwei Jahren Gefängnis macht die deutsche Hochstaplerin Anna Sorokin alias Anna Delvey offenbar da weiter, wo sie vor ihrer Verurteilung aufgehört hat: Sie lebt ein Luxusleben. Die 29-Jährige verbrachte ihre erste Woche in Freiheit mit Shoppingtrips, Friseurtermin und Roomservice-Dinner in einem Luxushotel – zumindest zeigt sie das so ihren Followern auf Instagram.

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Die im deutschen Eschweiler aufgewachsene Sorokin war 2019 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, kam allerdings wegen guter Führung und unter Berücksichtigung ihrer Untersuchungshaft frei. Die Tochter eines russischen Lkw-Fahrers hatte sich als Millionenerbin ausgegeben und als Fakemitglied der New Yorker High Society Banken, Hotels und Freunde um 275.000 Dollar betrogen. Das Geld konnte sie ihren Opfern dank einer neuen Netflix-Serie über ihr Leben, für die sie 320.000 Dollar Beratungsgebühr erhielt, zurückzahlen.

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Die ersten Tage in Freiheit verbringt Sorokin im Luxushotelzimmer

Seitdem die 30-Jährige am 11. Februar auf freien Fuß gesetzt wurde, scheint sie kaum ihre Finger vom Smartphone zu lassen. Die ersten Schritte in Freiheit hat Sorokin in Begleitung eines Kamerateams von RTL getan. Auf die Frage, worauf sie sich in Freiheit am meisten freue, antwortet sie in einem Video des Senders fast schüchtern mit: „Ähm, mein iPhone zurückzuhaben.“

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In den sozialen Medien lässt sie ihre Follower (Instagram: 83.000, Twitter: 5000) unmittelbar an einem Leben teilhaben, in dem auch wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht so wahnsinnig viel passieren kann. Statt luxuriös ausschweifender Partys in angesagten Bars gibt es Selfies, allerdings aus einem teuer aussehenden Hotelzimmer.

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Selfies, Selfies, Selfies

Mal inszeniert sie sich mit Sonnenbrille in zerwühlten Laken, mal mit Champagner in einer goldbefußten Badewanne. Bargeld sammelt sie in einer Lederhülle, wie sie auf einem Foto zeigt, denn ein Portemonnaie besitze sie noch nicht – und ein Bankkonto dürfe sie ohne behördliche Genehmigung nicht besitzen. Sie postet Screenshots von Artikeln, die über ihre Shoppingrunde bei Sephora berichten. Neben ihrer angeblich einzigen Freundin Neff Davis, die sie regelmäßig in ihren Posts verlinkt, scheint ein Kamerateam regelmäßig Zugang zu ihrem Hotelzimmer zu haben.

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Bei Twitter ist Sorokin noch aktiver. Fast jeder Gedanke scheint sie zu einem neuen Post zu inspirieren – und zumindest die Satzfetzen scheinen nicht immer ganz ernst gemeint zu sein. „Jeder sollte meine Arbeitsmoral haben“, „Ich bin durch das Yoga im Gefängnis einen Inch größer geworden“, „Ich suche einen Freund“, „Geld ist keine Frage“, „Zu beschäftigt, das Boyfriend-Ding hab ich auf Eis gelegt“ oder „Hilfe, ich kann nicht aufhören“, schreibt sie beinahe im Minutentakt. Dazwischen fragt sie nach Wohnungen im Brooklyn-Stadtteil Brownsville oder in Highbridge in der Bronx, die sie angeblich kaufen möchte. Sie zeigt auf Fotos, wie ihr eine Freundin Spitzenunterhosen vorbeibringt, weil sie nach ihren Gefängnisaufenthalten keine hat. Wie es ihr tatsächlich geht, erfährt man allerdings nicht, wenn man sich durch ihre Posts scrollt.

In ihrem Blog schrieb Sorokin ironisch-distanziert über den Gefängnisalltag

Doch auf ihrem Blog, den sie „Anna Delvey Diaries“ nach ihrer erfundenen Identität benannt hat und schon im Gefängnis begann, beschreibt sie den Gefängnisalltag in der Pandemie. „An einem Tag war Corona nur eine Sache, die die freie Welt beschäftigt hat und am nächsten Tag kommt meine Yogalehrerin nicht mehr.“ An einem anderen Tag informiert ein Sergeant die Insassinnen darüber, dass die Handdesinfektionsmittel nicht getrunken werden sollen. „Sie möchten nicht aus erster Hand herausfinden, wie unzureichend das medizinische Personal hier wirklich ist“, zitiert Sorokin den Beamten.

Zwei weitere Einträge befinden sich in ihrem Blog: beides offene Briefe. Einen an den verurteilten, ehemaligen Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein und einen an den Ex-Präsidenten Donald Trump. „Sie werden sicherlich erfreut sein zu entdecken, dass dies ein überraschend gesetzloser Ort (für eine Regierungsinstitution) ist, an dem Regeln als bloßer Vorschlag angesehen werden und keine Grenzen existieren“, schreibt sie Trump, falls er verurteilt werden und in Rikers Island inhaftiert werden sollte. Und Harvey Weinstein schreibt sie ebenfalls aus dem Gefängnis heraus über den Alltag: „Ich erinnere mich, wie verführerisch es schien, kopfüber in das trübe Wasser endloser Nabelschau zu stürzen, das Sirenenlied wochenlanger Bettaufenthalte und analytischer Selbsterkundung. Aber ich hatte Glück – es stellt sich heraus, dass ich nicht so nachdenklich bin.“ Auch in ihrem Blog schafft Sorokin mit Sarkasmus und Ironie Distanz zu ihren Erfahrungen.

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Während der Sender RTL berichtet, dass Sorokin in New York bleiben dürfe, berichten andere Medien, dass ihr Aufenthaltsstatus noch unklar sei. Sorokin selbst hat dazu eine ziemlich einfache Haltung: „Ich gehe nur nach Europa, wenn Schwarze Reparationszahlungen erhalten haben“, schreibt sie in einem Tweet. Diese Entscheidung wird aber wahrscheinlich nicht ihr überlassen sein.

RND/goe/sin

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