Tod von Ingrid van Bergen: Ihre besten Filme im Überblick
Die Schauspielerin Ingrid van Bergen ist im Alter von 94 Jahren gestorben. In ihrer Karriere stand sie für zahlreiche Filme vor der Kamera: von Kriegsdramen mit namhaften Hollywood-Schauspielern über Arthouse-Produktionen und Erotikfilmen bis hin zu ihrem letzten Auftritt in der Trash-Perle „Sharknado 5: Global Swarming“ von 2017. Vor allem in der 1950er und 1960er Jahren galt sie als eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen.
Anlässlich des Todes von Ingrid van Bergen folgt hier eine Auswahl ihrer besten und bekanntesten Filme.
Des Teufels General (1955)
Das Kriegsdrama nach dem gleichnamigen Theaterstück von Carl Zuckmayer dreht sich um einen hochrangigen Luftwaffengeneral im Zweiten Weltkrieg, der das NS-Regime ablehnt und dadurch in einen moralischen Konflikt zwischen Gehorsam und persönlichen Überzeugungen gerät.
Curd Jürgens verkörpert den von Zweifeln geplagten Protagonisten General Harry Harras, während Ingrid van Bergen in einer Nebenrolle als Lyra Schöppke auftritt – eine junge Frau aus dem zivilen Umfeld der Offiziere mit dem bezeichnenden Beinamen „die Tankstelle“.
Rosen für den Staatsanwalt (1959)
In dieser Nachkriegssatire trifft der Straßenverkäufer Rudi Kleinschmidt, der während seines Kriegsdienstes wegen einer Nichtigkeit zum Tode verurteilt worden war und nur durch einen glücklichen Zufall entkommen konnte, Jahre später auf seinen damaligen Richter Dr. Wilhelm Schramm, dem es trotz seiner NS-Vergangenheit gelungen ist, zum Staatsanwalt aufzusteigen.
„Rosen für den Staatsanwalt“ ist einer der wenigen deutschen Filme der 1950er Jahre, die sich offen mit den Verbrechen der Nazizeit auseinandersetzte. Ingrid van Bergen spielt die resolute Pensionsbesitzerin Lissy Flemminger, eine ihrer bekanntesten Rollen.
Stadt ohne Gnade (1961)
Ein düsteres Gerichtsdrama um die Vergewaltigung einer jungen Frau durch in Deutschland stationierte US-Soldaten und den darauf folgenden öffentlichen Prozess. Hollywood-Star Kirk Douglas spielt den Strafverteidiger Major Steve Garrett, der versucht, die Angeklagten vor der drohenden Todesstrafe zu bewahren.
Ingrid van Bergen ist als eine Frau unter den schaulustigen Stadtbewohnern zu sehen, deren Vorurteilen und Sensationsgier das Vergewaltigungsopfer ausgeliefert ist.
Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961)
In diesem Edgar-Wallace-Krimi muss die Londoner Polizei nicht nur einem mysteriösen Serienmörder, der als Markenzeichen gelbe Narzissen am Tatort hinterlässt, sondern auch einem internationalen Ring von Heroinschmugglern das Handwerk legen.
Ingrid van Bergen spielt die Nachtclub-Tänzerin Gloria Cleever, die in die Vorgänge rund um den Drogenschmuggelring verwickelt ist, und darf dabei auch ihre Gesangskünste unter Beweis stellen. In den Hauptrollen sind Joachim Fuchsberger, Klaus Kinski und Christopher Lee zu sehen.
Verrat auf Befehl (1962)
Ein Spionagefilm über einen schwedischen Geschäftsmann mit Verbindungen nach Nazi-Deutschland, der während des Zweiten Weltkriegs vom britischen Geheimdienst erpresst wird, als Doppelagent zu arbeiten.
Die weibliche Hauptrolle an der Seite des US-amerikanischen Stars William Holden spielte die deutsche Schauspielerin Lilli Palmer. Ingrid van Bergen hat einen kleineren, aber einprägsamen Auftritt als die mit der Reitgerte schwingende Domina Hulda von Windler.
Tunnel 28 (1962)
Diese deutsch-amerikanische Koproduktion erzählt auf Grundlage wahrer Ereignisse die Geschichte einer Gruppe von Menschen in Ost-Berlin, die kurz nach dem Bau der Berliner Mauer im Januar 1962 einen Fluchttunnel gräbt, um in den Westen zu fliehen. Kurt Schröder, der als Fahrer für einen DDR-Major arbeitet und mit seiner Familie nahe der Mauer lebt, nimmt dabei zunehmend eine tragende Rolle ein, obwohl er selbst zunächst keine Fluchtabsichten hegt.
Ingrid van Bergen spielt Kurts Schwester Ingeborg, die an der Fluchtaktion beteiligt ist – eine ungewohnt biedere Rolle für die Schauspielerin, die oft als Bardame oder Prostituierte besetzt wurde.
Rückkehr vor die Kamera nach Gefängnisstrafe wegen Totschlags
Ingrid van Bergens Karriere wurde 1977 von einem großen Skandal überschattet, als sie ihren Geliebten mit einem Revolver erschoss und wegen Totschlags für mehrere Jahre ins Gefängnis musste. Nach ihrer Entlassung Anfang der 1980er Jahre gelang ihr nach und nach der Wiedereinstieg, wobei sie vor allem als Nebendarstellerin in Krimis und TV-Serien auftrat.
Außerdem war sie in diversen Talkshows und Reality-TV-Formaten zu sehen. Bei ihrer Teilnahme an der Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ im Jahr 2009 wurde sie von den Zuschauern zur „Dschungelkönigin“ gewählt.
Die letzten Jahre ihres Lebens lebte die Schauspielerin in der niedersächsischen Gemeinde Eyendorf südlich von Hamburg.
Mit dpa