Fußball-Landesliga

Derby-Pleiten für Liga-Neulinge: Eichede und Eichholz starten mit Siegen

Die Reinfelder um Marcel Möller mussten sich am Freitagabend dem SV Eichede II geschlagen geben.

Die Reinfelder um Marcel Möller mussten sich am Freitagabend dem SV Eichede II geschlagen geben.

Eichede/Lübeck. SV Eichede – SV Preußen Reinfeld 2:0. Zwei Treffer von Aaron Walter Gehrken (16., 51.) lassen die Preußen am ersten Spieltag mit leeren Händen dastehen. "Wir haben heute kein Bein auf den Platz bekommen und das Spiel am Ende auch verdient verloren", wollte Trainer Jan-Christian Hack nach der Partie nichts beschönigen. "Gerade im ersten Durchgang bringen wir den Fehlpässe ins Spiel. Wir haben uns etwas anderes vorgenommen, aber da müssen wir jetzt durch."

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Eichede kontert Preußen aus

Nach einer guten Viertelstunde hatten die Eicheder einen Abschlag ihres Torhüters Marcel Gevert im Mittelfeld erkämpft und mit einem Steilpass Tim Linus Günther auf die Reise geschickt, der dem mitgelaufenen Gehrken das 1:0 auflegte. Dass bei den Reinfeldern gerade im ersten Durchgang wenig zusammenlief, zeigte der Doppelwechsel, den das Preußen-Trainerduo Hack und Lorenz schon nach einer halben Stunde vornahm. Kurz nach Wiederanpfiff brachten die wachen Hausherren eine Umschaltsituation zu einem erfolgreichen Ende, abermals traf Gehrken vor 125 Zuschauern für den Vorjahresmeister.

Die Eicheder beglückwünschen Aaron Walter Gehrken.

Die Eicheder beglückwünschen Aaron Walter Gehrken.

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Obwohl sich die Gäste im zweiten Durchgang steigern konnten und vermehrt ins letzte Drittel durchstießen, blieb der Eicheder Sieg ungefährdet. „Ein verdienter Sieg für uns und eine Partie, aus der wir Selbstvertrauen tanken können“, zeigte sich SVE-Trainer Sebastian Fojcik zufrieden. „Reinfeld hat unsere Intensität heute vielleicht ein bisschen beeindruckt. Der Derby-Charakter der Partie stand für uns heute weniger im Zentrum, wir wollten erfolgreich in die Saison starten und das ist uns mit einer variablen Spielanlage gelungen.“

SV Eichede II: Gevert – Bütow (73. Öz), Marschner, Meyer, Plate – Evers (94. Giebler), Haas (86. Pfefer) – Gehrken, Günther, Henk (82. Habibi) – Nagorny

SV Preußen Reinfeld: Simmich – Cloppatt, Biermann (31. M.O. Czeschel), Grimm, Jahnke (31. Schult) – Vogel (80. Mickeleit), Ellenberger (46. Schröder) – L. Czeschel, M. Möller, D. Möller – Wurst (80. Heinze)

Eichholzer SV – 1. FC Phönix Lübeck II 4:2. Der "Pöbelberg" an der Guerickestraße stand Kopf! Torwart Kevin Pour stieg nach dem Abpfiff auf den Zaun und stimmte Humba, Humba, Humba Täterä an. "Ich hatte das ganze Spiel Gänsehaut", strahlte Pour. Der Sieg im Lübecker Stadtderby war vor der guten Kulisse von 450 Zuschauern aufgrund einer starken ersten Halbzeit verdient. "Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung", frohlockte der zweifache Torschütze Maurice Broeker.

Eichholz-Schlussmann Kevin Pour (o.) macht dem Heimsieg im Fanblock Stimmung.

Eichholz-Schlussmann Kevin Pour (o.) macht dem Heimsieg im Fanblock Stimmung.

Der Matchplan vom neuen Trainer Tim Kreutzfeldt ging auf. „Auf dem engen Platz war die Idee, als erstes Ball und Gegner zu kontrollieren und die Zweikämpfe zu gewinnen. Der Plan ist mit dem frühen 1:0 aufgegangen. Dass es im zweiten Durchgang spannend wird, ist normal. Nach dem 4:2 hatten wir den Gegner wieder im Griff. Phönix hat vorne Qualität. Wir haben das heute aber richtig gut gemacht“, freute sich Kreutzfeldt.

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Adler verpassen „Stadtmeisterschaft“

„Wir wollen Stadtmeister werden“, sagte Phönix-Teammanager Gabriel Lopes vor dem Spiel. Die erste Möglichkeit besaß Gästestürmer Cheick Ibrahim Bamba, der eine Rechtsflanke vom Ex-Reinfelder Alaa Nader im Strafraumzentrum nur knapp verpasste (10.). Doch das war es aber auch schon mit den Angriffsbemühungen der harmlosen und ideenlosen Gäste im ersten Durchgang. Ganz anders der Auftritt der Hausherren, die ihre Aktionen schnell und schnörkellos vortrugen.

Gerlach glänzt einmal mehr

In der 14. Minute entschied Schiedsrichter Hendrik Plambeck (Lübeck) nach einem Schubser von Vico Dombrowski an ESV-Kapitän Jannik Gerlach auf Freistoß an der rechten Seitenlinie. Gerlach brachte diesen scharf in den Strafraum, wo die Hereingabe noch von einem Mitspieler per Kopfball verlängert wurde. Am langen Pfosten stand der aufgerückte Broeker goldrichtig und schob zum 1:0 für die Eichholzer ein. Der „Pöbelberg“ stand zum ersten Mal Kopf, Gerlach feierte mit ausgestreckten Armen vor dem eigenen Fananhang. Tore gegen den Ex-Verein schmecken halt am besten. Gerlach spielte von Januar 2016 bis Juli 2018 für die Adler.

3:0 zum Kabinengang

Ein weiter Abschlag von Pour leitete das 2:0 ein. Eine starke Linksflanke von Pierre Ramm landete in der Mitte bei Gerlach, der locker einschob (38.). Die Eichholzer spielten sich in einen Rausch. Neuzugang Thomas Aldermann (kam vom FC Schönberg 95) erhöhte nach einer tollen Hereingabe von Niklas Hamer zum 3:0 (44.). Der „Pöbelberg“ war spätestens jetzt außer Rand und Band. „Eichholzer Jungs, wir sind alle Eichholzer Jungs“, sangen die ESV-Fans lautstark zur Halbzeitpause. „Wir sind griffiger und haben eine Spielidee“, befand der Sportliche Leiter Hanifi Demir.

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450 Zuschauern fanden am Freitagabend den Weg an die Guerickestraße.

450 Zuschauern fanden am Freitagabend den Weg an die Guerickestraße.

Gästetrainer Daniel Safadi reagierte und brachte drei neue Spieler zu Beginn des zweiten Durchgangs. Mit Erfolg: Der eingewechselte Alex Hammerschmidt (48.) erzielte mit einem Traum-Tor in den rechten Giebel den Anschlusstreffer. Jetzt war es ein komplett anderes Spiel. Die Phönixer kamen viel spritziger aus der Kabine heraus und zeigten ein anderes Gesicht. Dombrowski hätte nachlegen können, scheiterte aber am guten Pour (59.). Nur sechs Minuten später traf der Ex-Stürmer des SV Eichede per Kopfball die Latte – nach einer Flanke von Felix Schmidt. Die Gäste waren jetzt am Drücken. Für die Vorentscheidung sorgte dann Broeker (74.) mit seinem zweiten Treffer. Nach einer Ecke war der aufgerückte Abwehrspieler mit dem Kopf zur Stelle.

Es wurde aber nochmal spannend. Bamba traf aus kurzer Distanz zum 4:2 (79.). Kurz vor Schluss vergab der eingewechselte Domingo Arlandi (89.) sogar ein höheres Ergebnis. Die Enttäuschung bei den Gästen war groß. „Bei uns ist nicht viel zusammengelaufen. Gerade den zweiten Bällen sind wir zu oft hinter gelaufen“, haderte Lopes. Dombrowski resümierte: „Das war nicht unser Tag. Glückwunsch an Eichholz, sie haben es gut gemacht.“

Eichholzer SV: Pour – Aliev, Broeker (86. Senkbeil), B. Weidemann, Ramm – Meier, Stellbrinck, Tetik (62. Bany), Hamer (90. +1 Schock) – Aldermann (56. Arlandi) – Gerlach (67. Sutor)

1. FC Phönix Lübeck II: Heyden – Nader (46. Mehren), Born (46. Acer), Engels, Kurjanov (46. Hammerschmidt) – Sweiti, Schmidt (81. Werda), de Guzman – Dombrowski, Bamba, Dodoo (74. Reuter)

Von Volker Giering und Bend Strebel

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