Jugendfußball Lübeck

Lübeck 1876 steigt aus JFV Lübeck aus – Vorstand nimmt Stellung

Aus und vorbei: Der Verein 1876 sieht keinen Sinn mehr, weiter Teil des JFV Lübeck zu sein.

Aus und vorbei: Der Verein 1876 sieht keinen Sinn mehr, weiter Teil des JFV Lübeck zu sein.

Lübeck. Lübeck 1876 hat den Kooperationsvertrag mit dem JFV Lübeck zum 30. Juni 2023 gekündigt. Das teilte der Verein und Gründungsmitglied in einer kurzen Pressemitteilung mit.

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„Kein Nutzen für Herrenmannschaften von 76“

„Fußballabteilung und Vorstand haben beschlossen, den Kooperationsvertrag mit dem JFV Lübeck zum Ende der laufenden Saison zu kündigen. Der Vorstand vom JFV Lübeck wurde bereits informiert. Gründe sind unter anderem kein Nutzen für Herrenmannschaften von 76“, heißt es in der Mitteilung. Der Verein teilte weiter mit: „Durch hohe Frequenz der JFV-Mannschaften bei Training und Spiel auf den Plätzen von 76 Behinderung der Entwicklung eigener Mannschaften und hohe Kosten. Wir wünschen dem JFV Lübeck für die Zukunft alles Gute.“

Unterzeichnet ist die Pressemitteilung von Peter Geese, Mitglied im Vorstand bei Lübeck 1876 und Mitglied im Abteilungsvorstand Fußball im SV Gut Heil 1876 Lübeck. Der Verein unterhält aktuell eine erste und eine zweite Herrenmannschaft, eine Reisetruppe im Seniorenbereich sowie eine F-Junioren. Alle weitere Jugendteams bilden eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten 1. FC Phönix Lübeck.

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Keine Sorgen um Fortbestand des JFV Lübeck

Die Ausstiegsgerüchte kursierten schon länger. Die Kündigung ist bereits vor einer Woche beim JFV Lübeck eingegangen, wie dessen Vorsitzender Thomas Oelfke den LN mitteilt. „Wir bedauern diesen Schritt“, sagt er, macht sich aber keine Sorgen um den Fortbestand des JFV, zu der ferner der 1. FC Phönix Lübeck, Viktoria 08, Eichholzer SV, der Förderkader Lübeck und TSV Siems angehören. Ganz im Gegenteil: „Alle anderen Stammvereine werden versuchen, den Platz von Lübeck 1876 aufzufangen. Zudem befinden wir uns bereits in Gesprächen mit anderen Vereinen, die Kooperation auszuweiten“, erklärt Oelfke.

Drei Spieler aus der Ukraine in der U17 dabei

In der JFV Lübeck spielen aktuell sieben Mannschaften: U19 (Regionalliga), U19 II (Landesliga), U17 (Regionalliga), U17 II (Landesliga), U15 (Oberliga), U15 I (Landesliga) und U13 (Verbandsliga) sowie zwei B-Juniorinnen (Landesliga/Kreisliga). Das ursprüngliche Ziel der JFV war es, Lübecker Talente zu fördern. Seit geraumer Zeit hat man sich auch für Spieler außerhalb Lübecks geöffnet. Genau gesagt aus Hamburg, was von einigen offenbar kritisch gesehen wird. Dazu sagt Oelfke: „Ich sehe keinen großen gefährdeten Auftrag.“ In der U19 (aktueller Kader von 24 Spielern) sind es fünf Spieler aus Hamburg und in der U17 (Kader von 25 Spielern) sind es drei Spieler aus Hamburg plus drei Flüchtlingskinder aus der Ukraine. Was ein tolles Zeichen in Punkto Integration ist.

In der U19 II kommen alle Spieler aus der Lübecker Region, das gleiche gilt für die U17 II. „Das heißt, 95 Prozent der Spieler stammen aus den Stammvereinen und sind schon länger im Verein“, sagt Oelfke, „ich kann also nicht feststellen, dass die Masse aus Hamburg kommt. Wir werden schon im Winter wieder Spieler aus der Region dazuholen. Und selbst wenn, Stillstand bedeutet Tod.“ Losgelöst davon, dürfte jedem Fußballkenner bewusst sein, dass Regionalliga-Fußball im Jugendbereich nicht möglich ist, wenn man sich nicht über die Stadtgrenzen hinaus umschaut. Was im Übrigen bei anderen Vereinen längst der Fall ist, die sich ebenfalls der Talentförderung aus der Region verschrieben haben.

„Eine Mannschaft lebt von unterschiedlichen Charakteren, die sich zusammenfinden zu einem Team“

Wie zum Beispiel der Stormarner Vorzeigeklub SV Eichede, dessen A-Jugend ebenfalls in der Regionalliga spielt. So stammen aktuell zwei Spieler aus dem Kader von Trainer Thomas Runge aus Hamburg. In der B-Jugend (Oberliga) reisen sogar drei Talente aus Hamburg zum Training und den Spielen an. „Eine Mannschaft lebt von unterschiedlichen Charakteren, die sich zusammenfinden zu einem Team. Durch unterschiedliche Wohnorte und unterschiedliche Einflüsse wird dabei oftmals die charakterliche und sportliche Entwicklung eines Spielers vorangetrieben“, sagt der Eicheder Chefscout Niclas Warsteit.

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Ein weiteres gutes Beispiel ist der VfB Lübeck. Als die U19 der Grün-Weißen noch in der Regionalliga spielte, schauten sich die Verantwortlichen von der Lohmühle auch regelmäßig in Hamburg um. „Man muss über den Tellerrand schauen. Wichtig ist, auf Quantität und Qualität zu achten. Wenn ein Hamburger Spieler von der Qualität besser ist, ist es völlig legitim, ihn zu holen. Wie einst ein Mustafa Zazai“, sagt Michael Hopp, langjähriger VfB-U19-Coach, ehemaliger VfB-Sportvorstand und heutiger SHFV-Verbandssportlehrer.

Von RLN

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