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EUTINER FESTSPIELE

Madame Butterfly bei den Eutiner Festspiele 2022: Die Tragödie in den Mittelpunkt gerückt

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Eine neue Stimme bei den Eutiner Festspielen: Die ukrainische Sopranistin Tetiana Miyus übernimmt die Titelrolle in der Puccini-Oper „Madama Butterfly“. Foto: hfr

Regisseur Igor Folwill inszeniert die melodramatische Puccini-Oper „Madama Butterfly“.

Nach „La Bohème“ haben sich Dirigent Hilary Griffiths, Bühnenbildner Jörg Brombacher und Regisseur Igor Folwill nun das nächste Meisterwerk von Giacomo Puccini vorgeknöpft. Am Freitag, 22. Juli, um 20 Uhr feiert „Madama Butterfly“ auf der Seebühne Premiere.

„Ich habe mir vorgenommen, die Tragödie, die hinter der Geschichte steht, zu zeigen und die Figuren nicht aufzuweichen. Sämtliche Handlungsfäden laufen unausweichlich auf das Unglück zu“, sagt Folwill, der 2021 sein Eutin-Debüt gab. Die 1904 in Mailand uraufgeführte Oper beschreibt das Schicksal einer japanischen Geisha, die an der Liebe zu einem amerikanischen Marineoffizier zerbricht. Während sie glaubt, den Traum ihres Lebens zu erleben, will er nicht mehr als zwei, drei schöne Nächte mit ihr. Für ihn ist sie ein exotisches Abenteuer, sie wird zur Verschmähten und Verächteten, die schließlich den Tod sucht.

„Die Oper ist eigentlich ein Kammerspiel mit zwei größeren Chorauftritten. Unser Bühnenbild hilft, das Ganze zu öffnen“, so Folwill. Jörg Brombacher hat für den Beginn einen japanischen Steingarten entworfen und die Bühne für mehr Publikumsnähe nach vorn gezogen, teilweise über den Orchestergraben hinaus. Im Verlauf des Abends entwickelt sich dann aber das Bild vom Innern eines Hauses mit typisch japanischen Papierwänden. „Auch der Zuschauer soll das Gefühl haben, sich in einer merkwürdig exotischen Welt zu befinden“, erläutert Regisseur Folwill.

Eine Traumbesetzung für die Hauptrollen gefunden

Dass Hilary Griffiths allgemein viel herumkommt in den Opern- und Theaterhäusern, hat sich für die Eutiner Festspiele ausgezahlt: Für die Hauptrollen der Cio-Cio-San und des Pinkerton hat er in Graz die gebürtige Ukrainerin Tetiana Miyus (Sopran) und in Mannheim den walisischen Tenor Timothy Richards entdeckt und fast vom Fleck weg engagiert. „Ich spüre, das ist eine Traumbesetzung. Auch für die kleineren Rollen haben wir tolle Sänger gefunden“, sagt Griffiths.

Mit von der Partie sind natürlich wieder als Festspielorchester die Kammerphilharmonie Lübeck sowie der Chor der Eutiner Festspiele. Die Aufführung erfolgt in italienischer Sprache und ist damit ganz nah dran an der Originalversion. vg