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EUTINER FESTSPIELE

Uwe Kröger auf den Eutiner Festspielen 2022: Dieser Name ist ein Statement

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Uwe Kröger ist auf dem Grünen Hügel von Eutin in „Ein Käfig voller Narren“ als Travestie-Star Albin zu sehen. Foto: Moni Fellner/Style Up Your Life!

Mit Uwe Kröger haben die Eutiner Festspiele einen echten Musical-Star verpflichtet.

Er spielte in „Starlight Express“, „The Rocky Horror Show“, „Les Misérables“ und erzielte den großen Durchbruch 1992 in Wien bei der Welturaufführung in der Rolle als Tod in „Elisabeth“: Mit Uwe Kröger haben die Eutiner Festspiele einen echten Star der Musicalszene verpflichtet. Ein Kurzinterview.

Herr Kröger, Sie sind im Sommer in Eutin – kennen Sie diesen Festspielort eigentlich?

Ich war im August in Eutin zu einem Gespräch mit Regisseur Tobias Materna und dem musikalischen Leiter Christoph Bönecker. Das war ein wundervolles Treffen, eine angenehme und tolle Atmosphäre. Dabei war die Anreise furchtbar, denn ich kam aus Spanien, wo ich lebe, nach Hamburg – und ausgerechnet da streikten die Lokführer. Wir mussten uns dann ein Auto mieten, um überhaupt nach Eutin zu gelangen. Aber dann lief alles, wie gesagt, wunderbar und ich bekam die Rollenzusage.

Sie spielen in „Ein Käfig voller Narren“ Albin. Sie haben ihn schon 2014 in Salzburg und 2016 in Dresden gespielt. Gibt es eine besondere Verbindung zu diesem Stück

Ja, das ist ein Herzensstück von mir. Schon sehr früh fand ich dieses Theaterstück unwahrscheinlich berührend, denn es enthält so viel wunderbare Weisheit. Gerade jetzt, in Zeiten eines neuen Krieges, ist die zentrale Botschaft doch unglaublich! Es sagt: Lass mich so sein, wie ich bin. Denn Schubladendenken, die Festlegung auf feste Rollenbilder, das rigide Grenzen setzen ist doch der Fluch, der dazu führt, dass die Menschen sich nicht mehr miteinander austauschen. So entstehen Feindschaften. Für mich ist „Ein Käfig voller Narren“ daher auch ein sehr modernes Stück, dass diese Grenzen und festgeschriebene Rollenbilder auflöst. Es ist doch so bewegend, zu sehen, wie da ein homosexueller Mann eine liebevolle Vaterrolle ausübt – unabhängig davon, ob er nun tatsächlich einem herkömmlichen Vaterbild entspricht.

2014 haben Sie mit gerade mal 50 Ihre Autobiografie geschrieben. Ein Alter, das ja noch keine Lebensbilanz nahelegt ...

Es ist eher so eine Art Zwischenbilanz, denn ich hatte zu der Zeit schon in rund 300Produktionen gespielt, war an so vielen Theatern engagiert, hatte so viel erlebt rundum die Bühnen dieser Welt. Und ich habe damals auch Kolumnen geschrieben, mich viel schriftlich mit Fans ausgetauscht – das alles ist in das Buch geflossen.