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Klinik für Neurologie - Lübeck: Multiple Sklerose - die ,,Krankheit der 1000 Gesichter"

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Bei einer Multiplen Sklerose greifen körpereigene T-Zellen die schützende äußere Schicht der Nervenfasern an.

Das UKSH bietet eine ambulante neuroimmunologische Sprechstunde für MS-Erkrankte an - Diagnostik, Schubbehandlung, Prophylaxe, Therapieverlauf.

Multiple Sklerose ist eine neurodegenerative Autoimmunerkrankung, die chronische Entzündungen im Zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) hervorruft. Dabei greifen fehlprogrammierte Immunzellen (T-Zellen) das körpereigene Gewebe des zentralen Nervensystems an.

An einem solchen Bild des Instituts für Neuroradiologie erkennen Spezialisten das Krankheitsbild einer Multiplen Sklerose. Fotos: UKSH, freshidea-stock.adobe.com
An einem solchen Bild des Instituts für Neuroradiologie erkennen Spezialisten das Krankheitsbild einer Multiplen Sklerose. Fotos: UKSH, freshidea-stock.adobe.com

„Bei gesunden Menschen sind T-Zellen üblicherweise nicht dazu in der Lage, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Einer falsch programmierten, autoimmun aktiven T-Zelle gelingt jedoch der Übergang", sagt Dr. Katja Hummel, Fachärztin für Neurologie an der Neurologischen Klinik des UKSH, Campus Lübeck. ,,Sobald die fehlprogrammierten T-Zellen in Gehirn und Rückenmark eingedrungen sind, wird eine Entzündungskaskade initiiert, die schlussendlich dazu führt, dass Myelinscheiden - die schützende äußere Schicht - der Nervenfasern angegriffen werden. Es kommt zu Entzündungsherden im zentralen Nervensystem und Nervensignale werden nicht mehr richtig weitergeleitet."

Meist sind die Betroffenen zu Beginn einer MS zwischen 20 und 40 Jahren alt, zwei Drittel davon sind Frauen, ein Drittel Männer. In Deutschland leben über 250.000 Menschen mit MS.

Die Erkrankung verläuft meist in Schüben. Man nennt sie auch die Krankheit der 1000 Gesichter": Sowohl die Symptome als auch der Verlauf unterscheiden sich von Patient zu Patient. ,,Gerade zu Beginn berichten Betroffene von vorübergehenden Ausfällen ihrer Sehschärfe oder anhaltenden Taubheitsgefühlen. Andere stellen plötzlich eine Muskelschwäche in Armen oder Beinen fest, wieder andere bemerken einen unsicheren Gang", so Dr. Katja Hummel. Dann kommt es darauf an, einen MS-Verdacht möglichst bald von einem Arzt oder einer Ärztin abklären zu lassen. Eine frühe Behandlung ist entscheidend", sagt Dr. Katja Hummel. „Je häufiger Schübe auftreten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für bleibende Schäden. Aber man kann den Erkrankungsverlauf therapeutisch positiv beeinflussen, sodass für ein Vielzahl der Patientinnen und Patienten ein normales Leben möglich ist." In den vergangenen Jahren habe es eine rasante Entwicklung der Therapiemöglichkeiten geben, sodass eine Reihe unterschiedlicher therapeutischer Ansätze zur Behandlung der Multiplen Sklerose zur Verfügung steht.

In der Spezialambulanz betreuen Dr. Katja Hummel und ihre Kolleginnen und Kollegen Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen entzündlichen Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks. Die Ambulanz versteht sich nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zum Angebot niedergelassener Neurologinnen und Neurologen. Typische Fragestellungen sind Diagnostik, Schubbehandlung, Prophylaxe, Therapieverlauf sowie Fragen der symptomatischen Therapie und der ambulanten Durchführung von Infusionen. Jessica Ponnath