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GESUNDHEIT

Arbeitshandschuhe schützen vor Hautreizungen sowie Stich- und Schnittverletzungen

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Manche Arbeiten können den Hände schwer zu schaffen machen. Damit sie bestmöglich geschützt werden, ist die Wahl des richtigen Handschuhs besonders wichtig. Oft greift man im Alltag zur billigen Lösung - und liegt damit verkehrt. Foto: Boesch/stock.adobe

TÜV-Verband gibt wertvolle Tipps zur Auswahl geeigneter Handschuhe und zu den Schutzfunktionen unterschiedlicher Modelle - Handschuhe senken auch das Übertragungsrisiko von Parasiten

Jäten, pflanzen, schneiden: Im Frühling gibt es einiges zu tun im Garten. Dabei versenken viele Gärtner:innen ihre Hände gerne in der feuchten Erde. Aber Dornen, Splitter oder hautreizendes Unkraut können das Herumwühlen im Gemüsegarten zu einem schmerzhaften Unterfangen machen.

,,In der Gartenerde können Gefahren lauern wie Glasscherben, Dornen oder Holzsplitter. Ein weiteres Risiko sind Insektenstiche und Parasiten, die mit dem Kot von Hunden, Katzen oder Wildtieren in den Garten getragen werden", sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. So könnten mit Katzenkot die Erreger der Toxoplasmose oder über Speichel, Kot und Urin von infizierten Nagetieren Hantaviren übertragen werden. Siegl: ,,Handschuhe schützen vor Dreck, Nässe, oberflächlichen Verletzungen und Infektionen. Bei der Gartenarbeit gehören Handschuhe deshalb zur Pflichtausstattung."

Die Qual der Wahl

Der TÜV-Verband welche Handschuhe erklärt, sich besonders für die Gartenarbeit eignen und welche Schutzeigenschaften Arbeitshandschuhe erfüllen sollten.

Im beruflichen Umfeld gehören Arbeitshandschuhe hören nach den europäischen Normen DIN EN 420 und EN 388 zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Die Arbeitsschutzverordnung sieht vor, dass immer dann Handschuhe getragen werden müssen, wenn mit scharfkantigen oder spitzen Gegenständen, mit rauen Materialien, Gefahrenstoffen, Chemikalien, Biostoffen oder auch Wasser hantiert wird.

Welche Arbeit steht an?

Auf ausreichenden Schutz ihrer Hände und Finger sollten aber auch Gärtner:innen und Heimwerker:innen achten. Die konkrete Wahl des Handschuhs hängt von der Gartenarbeit ab, die verrichtet werden soll.

„Für die Aussaat eignen sich fingerlose Handschuhe, für den Rosenbeschnitt brauchen Gärtner:innen robuste Handschuhe mit langen Stulpen und für den Umgang mit Gartengeräten oder schwerem Holz bieten sich doppelt beschichtete Handschuhe mit viel Griffsicherheit an", sagt Siegl.

„Für die meisten Gartenarbeiten sind sogenannte Montagehandschuhe eine gute Wahl." Sie entsprechen der Schutzklasse 2 der Norm DIN EN 388 und sind besonders abriebfest, und reißdurchstechsicher fest. Weil sie aus Latexschaumstoff, Lycra oder Nylon gefertigt sind, sind sie dünn, elastisch und griffig.

Allerdings Montagehandschuhe sind in der Regel nicht flüssigkeitsdicht und daher nicht für den Umgang mit Gartenchemikalien wie etwa Unkrautvernichtungsmitteln oder Düngemitteln geeignet. Hier sollten intakte Gummihandschuhe angezogen werden.

Besonderen Komfort bieten Gartenhandschuhe aus atmungsaktiven Stoffen, zum Beispiel Baumwolle oder Bambus. Im Sommer halten sie die Hände kühl und im Winter warm. Gärtner:innen, die auf digitale Helfer nicht verzichten wollen, setzen auf Handschuhe mit mit Touchscreen-freundlichen Fingerspitzen. Die Handschuhe müssen nicht ausgezogen werden, um im Pflanzen-Wiki nachzuschlagen, die eigenen Gartenerfolge zu posten oder das Mittagessen zu bestellen.

Der Handschuh fürs Grobe

Für den Umgang mit dornigem Gewächs, mit Draht oder scharfen Werkzeugen ist höherer Schutz erforderlich. Hier bieten sich Lederhandschuhe an. „Lederhandschuhe sind sehr widerstandsfähig gegenüber Abrieb, Schnitten und Rissen", erklärt Siegl. Insbesondere Ziegenleder hat ein hohes Verhältnis von Stärke zu Gewicht. Die Handschuhe sind sehr haltbar und trotzdem weich und flexibel."

Normen und Piktogramme

Gartenhandschuhe, die der europäischen Norm EN 388 entsprechen, bieten Schutz vor Quetschungen, Schürfwunden, Schnitten und Einstichen. Die TÜV-Unternehmen prüfen und zertifizieren Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken. Ob ein Handschuh diese Schutzfunktion erfüllt, kann an dem GS-Zeichen oder bei Arbeitshandschuhen an dem offiziellen Piktogramm erkannt werden. Das Piktogramm auf so einem Handschuh oder der Verpackung zeigt einen Hammer in einem Schild, darüber steht die europäische Norm und darunter eine vierstellige Zahl. Die Ziffern stehen für die Kriterien Abrieb, Schnitte, Risse und Durchstiche, die Zahlen von 1 bis 5 geben an, wie ausgeprägt die jeweilige Schutzfunktion bei dem konkreten Modell ist. Je höher die Ziffer, desto besser ist das Prüfergebnis und desto höher der Schutz: 1 ist der schlechteste, 5 der beste Wert ist. Eine 0 gibt an, dass die Prüfung nicht bestanden wurde, ein X steht dafür, dass eine Prüfung nicht erfolgt ist.

Viele Arbeitshandschuhe enthalten Phtalat-Weichmacher oder polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). In zu hohen Mengen können die Stoffe gesundheitsgefährdend sein. Verbraucher:innen sollten daher beim Kauf auf die Norm EN 420 achten. Entsprechen Handschuhe dieser Norm, wurden Mindeststandards hinsichtlich der verwendeten Materialien und Verarbeitung eingehalten.

WEITERE INFORMATIONEN

unter www.tuev-verband.de/produkte