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GESUNDHEIT

Salmonellen: beim Grillen steigt das Infektionsrisiko

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Beim Grillen sollte man unbedingt darauf achten, das Fleisch erst dann vom Feuer zu nehmen, wenn es gut durchgegart ist. Foto: AOK/hfr

Mehr als 1900 Magen-Darm-Infektionen AOK Nordwest warnt vor Salmonellen- und Campylobacter-Infektionen

Bauchschmerzen, Fieber und Durchfall nach der Grillparty: In Schleswig-Holstein steigt aktuell wieder die Gefahr, an einer Magen-Darm-Infektion zu erkranken. Die können vor allem durch das Verarbeiten von rohem Geflügelfleisch entstehen.

Über 1900 Erkrankungen an Salmonellose und Campylobacter-Enteritiden wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein gemeldet. Das teilte die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-KochInstituts (RKI) in Berlin mit. Beide Keime sind typische Krankheitserreger, die sich hauptsächlich in Fleisch und Produkten aus rohen Eiern befinden. Sie können beim Menschen teils heftige Durchfallerkrankungen, Fieber und Erbrechen auslösen. Mit den steigenden Temperaturen wird wieder vermehrt gegrillt. Damit der Grillgenuss nicht krank macht, sollte das Grillgut stets gut durchgegart sein und wichtige Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden", erklärt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Die Anzahl der Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter ist in Schleswig-Holstein im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht angestiegen. Dennoch liegen die Zahlen deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie im Jahr 2019. In 2021 wurden insgesamt 183 Infektionen mit Salmonellen (2020: 135 Fälle) und 1735 Campylobacter-Infektionen (2020: 1709 Fälle) gemeldet. Vor der Pandemie im Jahr 2019 waren es noch 350 Salmonellenerkrankungen und 2292 Campylobacter-Infektionen.

„Die wieder steigenden Zahlen zeigen, dass Vorsicht geboten ist", sagt Tom Ackermann. Denn Salmonellen und Campylobacter gehören zu den häufigsten Erregern bakterieller Durchfallerkrankungen und unterliegen der Meldepflicht.

Vorsicht beim Grillen, damit es nicht zu gefährlichen Magen-Darm-Infektionen kommt.

Besonders in den Sommermonaten ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Häufig erfolgt die Übertragung über Geflügelfleisch, das nicht vollständig durchgebraten wurde. Um eine Infektion zu verhindern, ist Hygiene sehr wichtig. Dazu gehören: die Hände gründlich waschen und Würzmarinaden oder Verpackungen keinesfalls mit anderen Lebensmitteln in Kontakt bringen.

Da Campylobacter im Kühlschrank und auf gefrorenen Produkten überleben können, sollte das Tauwasser von zuvor gefrorenen Lebensmittel sofort weggegossen werden. Schneidebretter, Teller oder Messer sind nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich zu reinigen und erst dann wieder für die Zubereitung anderer Speisen zu nutzen.

Eine Erkrankung beginnt in der Regel mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Kurz darauf folgen meist heftige Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit sowie Durchfälle. Diese Durchfälle können sehr wässrig oder sogar blutig sein.

In der Regel dauert eine Campylobacter-Erkrankung bis zu einer Woche. Normalerweise verläuft sie ohne große Komplikationen und die Beschwerden klingen von selbst ab. Viele Campylobacter-Infektionen verlaufen auch ganz ohne Krankheitszeichen. Als Komplikation können Ausnahmefällen rheumatische Gelenkentzündungen oder Hirnhautentzündungen auftreten. AOK