Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Anzeige
HANDWERK - RUND UMS HAUS

Das leisten begrünte Dächer und Fassaden

Immer mehr Kommunen setzen auf Dach- und Fassadenbegrünungen

Das leisten begrünte Dächer und Fassaden Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Dach- und Wandbegrünungen wirken sich kühlend auf das städtische Klima aus. . Foto: Fricke.at / BHW Bausparkasse

Rund 64 Pro­zent der Haus­besitz­en­den wünschen sich mehr Grün in der Nach­bar­schaft. Viele unter­schätzen die positiven Effekte einer Dach- und Fassaden­be­grünung für das Klima. Denn eine Begrünung kann die Tempe­ratur im Umfeld des Hauses um bis zu fünf Grad senken. Zudem mindern Haus­be­grünungen Schall­emissionen und Belastungen durch Fein­staub und CO2. „Bis zu 8,8 Gramm Fein­staub pro Quadrat­meter können im Jahr durch eine Dach­be­grünung gebunden werden“, sagt BHW Experte Krzysztof Pompa. „Dach- und Fassaden­be­grünungen ver­bessern nicht nur die Luft­qualität, sie bieten auch nütz­lichen Insekten Nahrung und Unter­schlupf.“

Natürlicher Witterungs­schutz

Die Begrünung von Gebäuden in Innenstädten nimmt einen immer größeren Stellen­wert ein. Schon jetzt sind 120 Quadrat­kilometer Dach­fläche in Deutschland begrünt und jährlich kommen weitere zehn Quadrat­kilo­meter hinzu. Ein guter Trend, der hilft, die Extreme des Klima­wandels ab­zu­schwächen. So kann ein intensiv begrüntes Dach etwa bei Stark­regen bis zu 150 Liter Wasser pro Quadrat­meter zwischen­speichern. An heißen Sommer­tagen wirkt das Grün kühlend wie eine natür­liche Klima­anlage. „Schwarze Bitumen­pappe und Kies­dächer können sich bei Hitze bis zu 80 Grad Celsius auf­heizen“, weiß BHW Experte Pompa, „bei bepflanzten Dächern hingegen betragen die maximalen Temperaturen nur etwa 20 bis 25 Grad.“

Wert­steigerung und Förderung

Die pflanzen­bedingte Ver­dunstungs­kälte und der natürliche Schatten­spender für die Fassade re­duzieren den technischen und auch finanziellen Aufwand für die Klima­tisierung eines Gebäudes. Grüne Fassaden dienen nicht nur als Hitze-, sondern auch als Kälteschutz und können den gesamten Energie­bedarf spürbar senken. Viele Städte und Kommunen fördern deshalb profes­sionelle Ge­bäude­be­grünung: Stutt­gart mit bis zu 70 Prozent (45 000 Euro), Frankfurt am Main mit bis zu 50 Prozent und Berlin im Einzel­fall sogar bis zu 100 Prozent.


Sanierung spart Energie und Steuern

Um steigende Heiz- und Stromkosten abzufedern, bietet sich eine energetische Sanierung von Immobilien an. Entsprechende Baumaßnahmen können eine neue Wärmedämmung, neue Fenster und Außentüren oder die Umstellung auf eine modernere Heizungsanlage sein. Steuerlich gefördert werden diese jedoch nur, wenn die Immobilie mindestens zehn Jahre alt ist, informiert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin. Bei einer maximalen Förderung von 20 Prozent einer Investitionssumme von bis zu 200 000 Euro ergebe sich eine Steuerermäßigung von höchstens 40 000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Voraussetzung ist, das die Arbeiten von einem Fachunternehmen durchgeführt wird.