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LICHTERSTADT EUTIN

Märchenhaftes von Günter Grass

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Im Ostholstein-Museum läuft nicht nur eine Ausstellung mit Landschaftsbildern, Museumsleiterin Dr. Julia Hümme eröffnet jetzt eine Bilderschau mit Illustrationen von Günter Grass zu Andersen-Märchen. Foto: Graap

Das Eutiner Ostholstein-Museum zeigt Illustrationen zu Andersens Märchen

Wer sich in der Advents- und Weihnachtszeit den Märchen zuwendet, kann eigentlich nichts falsch machen. Das Ostholstein-Museum am Schlossplatz 1 in Eutin setzt dabei auf gleich zwei Zugpferde: "Andersens Märchen in Illustrationen von Günter Grass" lautet der Titel der Winterausstellung, die am Donnerstag, 24. November, um 18 Uhr im Dachgeschoss des Museums eröffnet wird.

Beide Künstler sind als überragende Schriftsteller in die Geschichte eingegangen. Literaturnobelpreisträger Grass hat sich darüber hinaus als Bildhauer und Grafiker einen Namen gemacht. "Anlässlich des 200. Geburtstages des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen im April 2005 erhielt Grass den Auftrag, ein Mappenwerk mit zehn Grafiken zu dessen Märchen zu gestalten. Im weiteren Verlauf entstand schließlich zusätzlich ein rund 100 Blatt umfassendes Konvolut, in dem der Lübecker Künstler 30 ausgewählte Märchen in seiner ganz eigenen Bildsprache illustrierte", berichtet Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Einen Großteil dieser Lithographien - Leihgaben des Kunsthauses Lübeck - präsentiert sie nun in der neuen Sonderausstellung.

,,Des Kaisers neue Kleider", ,,Die kleine Meerjungfrau", ,,Die Schneekönigin" oder "Die Prinzessin auf der Erbse" - in seinen Märchen hat Hans Christian Andersen (1805-1875) im 19. Jahrhundert viele unvergessliche Figuren und Geschichten erschaffen. "Doch nicht alle Erzählungen spiegeln eine märchenhafte Welt wider. Vielmehr zeigen sie auch Mensch und Tier im Wechselspiel des Lebens mit seinen großen und kleinen Herausforderungen, stets auf der Suche nach dem eigenen Glück. Manches Märchen endet im Guten, wenn zum Beispiel das hässliche Entlein zu voller Schönheit erblüht. Manch andere Geschichte - wie etwa die des Mädchens mit den Schwefelhölzern - endet dagegen nur allzu tragisch", so Julia Hümme.

Kein Wunder also, dass Hans Christian Andersens Erzählungen noch immer Menschen jeden Alters bewegen, sind sie doch zeitlos und nach wie vor generationsübergreifend modern. ,,Und so werden die Märchen bis heute von Alt und Jung gelesen, immer wieder inhaltlich neu ausgelegt und nicht selten bildkünstlerisch interpretiert." Letzteres hat Günter Grass (1927-2015) in seinem typischen Stil gemacht: Er wandelte die äußerst bildhafte Sprache Andersens in inhaltlich stark reduzierte Darstellungen um, die beim Betrachter wiederum großen Spielraum für eigene Interpretationen zulassen. Die Geschichten dahinter jedoch bleiben erhalten - ob es nun die allgemein bekannten oder die weniger verbreiteten Erzählungen sind.

Im Rahmen des Begleitprogramms führt die Lese- und Literaturpädagogin Esther Dörrhöfer Groß und Klein in die Bilderschau ein. Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren erzählt sie Andersens Märchen anhand der Grass-Grafiken am 10. und 23. Dezember sowie 21. Januar um jeweils 14 Uhr und am 4. Januar um 15 Uhr. Eine Führung für Erwachsene bietet sie am 28. Dezember um 15 Uhr sowie am 11. und 25. Januar um jeweils 18 Uhr an.

Diese märchenhafte Ausstellung läuft bis zum 29. Januar. Dann endet auch die zweite aktuelle Sonderausstellung des Ostholstein-Museums: Unter dem Titel „NORDDEUTSCH" sind im Erdgeschoss des Ausstellungshauses rund 80 Landschaftsbilder aus der Kunstsammlung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zu sehen. "Was alle Ölbilder, Aquarelle und Grafiken vereint, ist die Landschaft als malerisches Sujet", sagt Julia Hümme. Die Bandbreite der Stilrichtungen ist dagegen vielseitig und reicht von der frühen Malerei der Worpsweder Künstlerkolonie über den Expressionismus bis hin zum naturgetreuen Realismus. Für nähere Einblicke bietet Branka de Veer, Kuratorin der NDR-Kunstsammlung, am 11. Dezember und 22. Januar um jeweils 11.30 Uhr eine Führung an.

Geöffnet ist das Museum dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie sonnabends, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es online auf www.oh-museum.de. vg