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RUND UMS HAUS - OSTHOLSTEIN

Erfolgreiche Suche nach Baufirmen

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Je mehr bei einem Bauprojekt vertraglich vereinbart wurde, desto besser ist die Planungssicherheit für den Bauherren. Foto: Christin Klose/dpa

Es gibt eine Krise am Bau: Ein Mangel an Baustoffen und Fachkräften macht den Firmen zu schaffen - Private Bauherren merken das - Es ist schwierig, eine Baufirma zu finden

Wer sich heute ein Haus bauen lassen will, muss viel Geduld mitbringen. Denn die Suche nach einer Baufirma gestaltet sich schwierig. Fehlende Fachkräfte, Materialengpässe sowie Preissteigerungen machen der Branche zu schaffen. „Entsprechend zurückhaltend reagieren viele Firmen auf Anfragen im Privatbereich“, sagt Bauberater Peter Burk.

Mehrere Angebote einholen

Wichtig ist daher, mehrere Angebote einzuholen. Und man sollte selbstbewusst auftreten. „Bauherren sind keine Bittsteller“, sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes in Berlin. Zu einem seriösen Angebot gehört ein detaillierter Preis mit den Mehrkosten für gewünschte Sonderleistungen und Gutschriften für Eigenleistungen, aufgeschlüsselt nach Material- und Lohnanteil. Becker rät, Bauherren sollten die komplette Bau- und Leistungsbeschreibung und den Vertrag mit Zahlungsplan anfordern, ebenso die Grundrisse mit Bemaßung und Angaben zur Wohnfläche.

Internet-Bewertung prüfen

„Viele Bauherren suchen zuerst im Internet“, sagt Heiko Püttcher, Geschäftsführer des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau. „Sie sollten auch prüfen, ob die Bewertungen zu diesen Firmen aktuell sind.“ Gegenwärtig könne sich vieles schnell ändern. Material- und Personalnot machten auch Firmen zu schaffen, die bisher einen guten Ruf hatten, so Püttcher.

Referenzobjekte ansehen

Wenn sich eine engere Auswahl herausgebildet hat, sollten sich Bauherren Referenzobjekte der Firmen ansehen. „Schlägt die Firma nur ein einziges Bauprojekt als Referenz vor, muss dieses nicht unbedingt die tatsächliche Qualität ihrer Arbeit widerspiegeln“, sagt Püttcher.

Fertigstellungsversicherung

Gute Baufirmen haben eine Fertigstellungsversicherung, mit der sie sich absichern, falls das Unternehmen in Insolvenz geht. „Bauherren sollten sich danach erkundigen, denn die Policen sagen viel über die Seriosität der Firmaaus“, sagt Püttcher.

Sachverständige hinzuziehen

Ist ein Angebot gefunden, sollten Bauherren sich nicht zu voreiligen Entscheidungen drängen lassen und den Vertrag von unabhängigen Fachpersonen prüfen lassen. Als Laie einen Bauvertrag zu unterschreiben, gleiche einem Blindflug. „Schließlich ist in Deutschland jeder berechtigt, ein Bauunternehmen zu gründen“, sagt Burk.

Konditionen verlangen

Es hat sich laut Florian Beckerbewährt, dem künftigen Vertragspartner nach Auswertung des Angebots mit Hilfe des Experten schriftlich Fragen und Verhandlungswünsche zu übermitteln und dazu verbindliche Stellungnahmen anzufordern. „Ganzwichtig ist es, auf einen fixen Fertigstellungstermin zu bestehen“, rät Püttcher. Es muss fest geschrieben sein, wann das Projekt fertig sein soll und was passiert, wenn dieser Termin nicht eingehalten wird. „Lässt sich das Unternehmen darauf nicht ein, ist es wohl doch nicht das Richtige.“ dpa