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Stille Tage des Gedenkens - Ostholstein

„Seelsorge ist für alle da“

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Pastor Wolfram Glindmeier (Kirchenkreis Ostholstein) und Pastorin Mareike Hansen (Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg). Foto: Heinen/KKOH

Lübeck/Ostholstein. Der plötzliche Tod des Partners, das absehbare friedliche Einschlafen der Großmutter oder die überraschende Nachricht von der eigenen, unheilbaren Erkrankung: Auf den Tod sind die wenigsten Menschen gut vorbereitet.      

Warum die Kirchenzugehörigkeit im Todesfall erst einmal keine Rolle spielt.

Menschen können sich in so einer Situation an eine Pastorin oder an einen Pastor wenden – egal, welcher Religion sie angehören, ob sie sogar aus der Kirche ausgetreten sind oder bislang noch nie mit der Kirche zu tun hatten: Wer in seelische Not gerät, kann sich an einen Seelsorger wenden. „Da spielen die Kirchenzugehörigkeit oder kulturelle Verschiedenheit keine Rolle“, sagt Pastorin Mareike Hansen, die beim Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg für Trauerbegleitung und Hospizseelsorge zuständig ist. „Ich sehe in meinem Gegenüber immer zuerst ein Geschöpf Gottes. Für mich ist das die Grundlage. Aber es ist nicht Voraussetzung, dass mein Gegenüber das genauso sieht.“ Ihr Amtsbruder Wolfram Glindmeier, Gemeindepastor in Stockelsdorf und vom Kirchenkreis Ostholstein mit der Seelsorge für Eltern beauftragt, deren Kinder kurz vor oder kurz nach der Geburt gestorben sind, bestätigt das. Seelsorge, so sagt er, sei für alle da.

Mit einer Art Therapie habe es jedenfalls nichts zu tun. „Seele ist die Ganzheit eines Menschen. Das ist das, worum wir uns in der Seelsorge kümmern“, sagt Glindmeier. Der Begriff sei vielleicht etwas angestaubt. „Aber ich weiß keinen besseren.“

„Mit Kopf und Herz da sein, zuhören, aushalten, Gefühle zulassen und zeigen“, so beschreibt Pastorin Hansen ihre nicht leichte Aufgabe, mit Trauernden den Schmerz über einen Verlust zu teilen. Doch Pastoren sind dafür ausgebildet. Wenn ein Todesfall eintritt, müsse nicht zuallererst der Notdienst oder ein Bestattungsunternehmen angerufen werden. Zumal diese häufig zunächst das Einschalten eines Seelsorgers empfehlen würden.

Denn gerade in ländlichen Regionen sei es in christlichen Familien nach wie vor Tradition, eine Aussegnung oder ein letztes Abendmahl am Totenbett zu feiern. „Es ist ohne Weiteres möglich, einen Toten bis zu 36 Stunden zu Hause aufzubahren“, erläutert Pastor Glindmeier. Für den Trauerprozess ist so ein Abschied positiv: „Dann ist die Zeit des Trauerns danach leichter.“

Ansprechpartner vermitteln Alexander Kroll (Kirchenkreis Ostholstein) unter Tel. 04521/ 80 05-336 (-339) und Bernd K. Jacob (Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg) unter Tel. 0176/ 19 79 02 49