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Trauerratgeber

„Die Vielfalt auf unseren Friedhöfen ist enorm“, so der Lübecker Friedhofsbeauftragter Bernd K. Jacob

„Die Vielfalt auf unseren Friedhöfen ist enorm“, so der Lübecker Friedhofsbeauftragter Bernd K. Jacob

Stehen kirchliche Friedhöfe eigentlich nur Christen offen? Alexander Kroll und Bernd K. Jacob, die bei den Kirchenkreisen Ostholstein und Lübeck-Lauenburg für das Friedhofswesen zuständig sind, kennen viele Fragen und Vorbehalte, die Menschen rund um das Thema Beerdigung bewegen.  

Kirchliche Friedhöfe nehmen eine öffentliche Aufgabe wahr. Auf ihnen zeigt sich die gesellschaftliche Vielfalt – unabhängig von Konfession oder Religion

Dabei ist die Offenheit für alternative Begräbnis- und Gestaltungsformen dort sehr viel höher, als vielleicht angenommen wird. „Die Vielfalt auf unseren Friedhöfen ist enorm. Von konservativen Begräbnissen in individuellen Sarg- und Urnenwahlgräbern bis hin zu gestalteten Gemeinschaftsanlagen und Gräbern unter Bäumen auf dem Friedhof bieten unsere Kirchengemeinden sehr viel an“, sagt Bernd K. Jacob. Die Konfession oder eben auch Konfessionslosigkeit ist auf jeden Fall kein Ausschlusskriterium. „Das schleswig-holsteinische Bestattungsgesetz sieht vor, dass auf allen Friedhöfen eine Bestattung nach muslimischen Ritus zu ermöglichen ist“, erläutert Alexander Kroll. Überhaupt sind die Zeiten vorbei, in denen auf Friedhöfen vor allem Reihengräber und vielleicht ein paar einzelne Urnengräber zu finden waren. „Derzeit ändern viele Friedhöfe ihre Satzungen, damit mehr möglich wird als bisher“, sagt Bernd K. Jacob. Er sieht eine stark gewachsene Offenheit gegenüber individuellen Bestattungswünschen. Alexander Kroll bestätigt das: „Unsere Kirchengemeinden bieten teilweise naturnahe Begräbnisse unter Bäumen auf dem Friedhof an, ähnlich wie in einem Bestattungswald. Und es gibt zum Beispiel maritim gestaltete Bestattungsanlagen oder auch Kolumbarien.“ Aber auch parkartig angelegte Friedhöfe oder Friedhöfe mit Schmetterlingsgärten und anderen ökologisch wertvollen Themenfeldern erfreuen sich im Norden einer wachsender Beliebtheit.

Zwar lasse sich die ganze Spannbreite der Gestaltungsmöglichkeiten nicht auf allen Friedhöfen gleichermaßen abbilden, doch der Vergleich lohne sich, meint Kroll. Überdies gebe es „jede Menge verschiedener Komplettlösungen“, sagt er. Das gelte sowohl für Urnengemeinschaftsanlagen, die vom Friedhofsträger über die Jahre gepflegt werden, wie auch für individuelle Erdbestattungen. „Letztlich kommt es darauf an, was die Angehörigen für sich brauchen, um ihre Trauer zu bewältigen“, ergänzt der Friedhofsbeauftragte Jacob.