RND-Kolumne „Chefinnensache“

Aus Generation Y und Z wird die Generation Unsicherheit

Studierende der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster nehmen im Herbst 2021 an einer Vorlesung teil.

Wir wussten nie, was die Zukunft bringt. Aber wir konnten davon ausgehen, dass der Rahmen, in dem wir unser Leben frei gestalten, ungefähr so bleibt, wie er ist. Wir, das sind Menschen irgendwo zwischen 20 und 30, die Generationen Y und Z.

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Wir hatten eine Sache gemeinsam: Sicherheit. Wir mussten nicht hinterfragen, ob sich unser Leben in Deutschland über die nächsten Jahre bedeutsam verändern würde – außer, wir nahmen es uns für unser Leben vor. Wir waren privilegiert, auch weil unsere Eltern und Großeltern sich lange dafür eingesetzt hatten.

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Seit einiger Zeit ist das anders. Wir befinden uns im dritten Corona-Jahr, parallel dazu ist ein Krieg eskaliert, der sich noch weiter auszuweiten droht. Nebenbei könnte eine länger andauernde Rezession mit allen möglichen Dominoeffekten beginnen. Die Inflation ist aktuell so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Energie wird knapp und die Gefahr eines Blackouts real. Von einer staatlichen Absicherung im Alter müssen wir erst gar nicht sprechen.

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Die Unsicherheit ist real – aber es gibt auch Hoffnung

Die Rahmenbedingungen für unser Leben ändern sich gerade so fundamental, dass ich weder weiß, was in drei Monaten ist, noch was in drei Wochen. Es gibt schöne Arten, die Kontrolle zu verlieren. Dieser Kontrollverlust gehört nicht dazu. Aus Generation Y und Z wird die Generation Unsicherheit.

Ich muss mich noch an den neuen Blick auf das Leben gewöhnen: Von der Weitsicht zur Kurzsicht, von „irgendwann mal“ zum „Hier und Jetzt“, von der Selbstverständlichkeit des Friedens zum Bewusstsein über die hart erkämpften Werte und deren Fragilität, wenn man sie nicht aktiv verteidigt.

Die Perspektive ist düster, aber eine Hoffnung bleibt: dass wir uns wieder auf essenzielle Werte besinnen und nach Jahren der Spaltung in Einigkeit wiederfinden. Wir haben in den vergangenen Jahre leidenschaftlich gerne nach Unterschieden gesucht, uns getrennt und gespalten, anstatt nach Gemeinsamkeiten Ausschau zu halten. Und das, obwohl es so viele gibt. Man muss nur die Augen öffnen.

Vivien Wysocki (26) ist Gründerin des Modelabels saint sass, politisch engagiert und arbeitet als internationales Model. Sie schreibt mittwochs im wöchentlichen Wechsel über Transformation, Digitalisierung und den weiblichen Blick auf die Wirtschaft.

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