Frankreich und Dänemark

Energiekrise zwingt Deutschlands Nachbarländer zum Handeln

Strommasten und Windräder rund um das Kohlekraftwerk Neurath des Stromkonzerns RWE.

Strommasten und Windräder rund um das Kohlekraftwerk Neurath des Stromkonzerns RWE.

Kopenhagen. Dänemark will angesichts der Energiekrise die endgültige Abschaltung dreier Kraftwerke bis in den Sommer 2024 verschieben. Dies sei eine Maßnahme, um die Energiesicherheit im Land in den kommenden beiden Wintern abzusichern, teilte das Klima- und Energieministerium in Kopenhagen am Samstag mit.

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Die Kraftwerke werden mit Gas, Öl und Kohle beziehungsweise Biomasse betrieben und sollen als Reserve zur Verfügung stehen, falls der ansonsten zur Verfügung stehende Strom im Winter nicht ausreicht.

Die Verschiebung soll nach Angaben des Ministeriums jedoch nicht Dänemarks Klimaziele verändern. Zwei der Kraftwerke wurden nach Angaben des Senders DR bereits vom Netz genommen, beim dritten sollte dies ursprünglich im nächsten Frühjahr passieren. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat jedoch in ganz Europa eine Energiekrise ausgelöst.

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Kohlekraftwerk in Saint-Avold wieder in Betrieb genommen

Angesichts der Energie-Krise und des Ausfalls vieler Atomkraftwerke hat Frankreich an diesem Wochenende das Kohlekraftwerk in Saint-Avold bei Saarbrücken wieder in Betrieb genommen. Zunächst befristet bis Ende 2023 soll das erst Ende März vom Netz gegangene Kraftwerk Emile-Huchet wieder Strom produzieren, hatte das Energieministerium in Paris beschlossen.

Rund 70 entlassene Beschäftigte wurden mit Lohnaufschlägen zur Rückkehr an ihren alten Arbeitsplatz bewegt und das zuletzt nur wenig gewartete Kraftwerk in aller Eile mit Millionen-Aufwand wieder fit gemacht. Bis auf ein Reservekraftwerk ist das Werk in Lothringen das letzte in Frankreich.

Russische Importkohle verfeuert

Bereits in den Wochen vor seiner Schließung hatte das Kraftwerk auf Hochtouren russische Importkohle verfeuert, um den Strombedarf zu decken. Nun wurde Kohle vor allem aus Kolumbien, den USA und Südafrika herbeigeschafft, um das Kraftwerk anzufeuern. Frankreich droht in diesem Winter bei der Stromversorgung in die Klemme zu geraten, weil die Hälfte der 56 Atomkraftwerke wegen Wartungen und Inspektionen vom Netz sind. Die Regierung hat dem Stromkonzern EDF zwar Druck gemacht, möglichst alle Meiler bis zum Winter am Laufen zu haben. Ob das gelingt, ist offen.

Protest von Umweltschützern

Gegen den Neustart des Kraftwerks in Lothringen protestierten Umweltschützer bereits mehrfach, wie die Zeitung „Le Républicain Lorrain“ berichtete. Im angrenzenden Saarland plant der Kraftwerksbetreiber Steag, die beiden Kohlekraftwerke Quierschied und Bexbach voraussichtlich Anfang November wieder in Betrieb zu nehmen. Ebenfalls soll das Steinkohlekraftwerk im saarländischen Völklingen-Fenne über die eigentlich geplante Stilllegung Ende Oktober hinaus weiter betrieben werden.

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RND/dpa

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